GDV legt Einbruchbericht 2017 vor
Zum ersten Mal innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl der Wohnungseinbrüche zurückgegangen. Das geht aus dem Einbruch-Report 2017 hervor, den der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vorgestellt hat.

Im Jahr 2016 sind den deutschen Versicherern 140.000 versicherte Einbrüche gemeldet worden. Dafür haben sie 470 Millionen Euro an ihre Kunden geleistet. Im Vergleich zu 2015 sind nach den vorläufigen Zahlen die Einbrüche um rund 10 Prozent zurückgegangen. „Der Rückgang der Einbrüche ist ein erfreulicher Lichtblick. Allerdings verzeichnen wir immer noch deutlich mehr Einbrüche als vor fünf oder zehn Jahren – von einer Trendwende können wir derzeit also nicht ausgehen“, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland.

Forsa-Umfrage zeigt: Das eigene Einbruchrisiko wird unterschätzt
Neben der Einbruchstatistik enthält der Report die Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Thema Einbruch, die der GDV in Auftrag gegebenen hat. Die wichtigsten Ergebnisse:
Das Risiko eines Einbruchs wird insgesamt als sehr hoch einge-schätzt. Fast 80 Prozent der Befragten meinen, dass dieses Risiko in den letzten fünf Jahren zugenommen hat.
Jeder Dritte hat Angst vor Einbrechern.
Das persönliche Risiko wird hingegen von vielen unterschätzt. Fast die Hälfte der Befragten sagt, bei Ihnen sei wenig zu holen und es gäbe für Einbrecher interessantere Objekte.
Jeder Dritte wähnt sich durch seine Wohnlage in Sicherheit.
Hier geht es zum Einbruchbericht 2017 des GDV.

Mechanischer Einbruchschutz kommt zu kurz
Die Umfrage zeigt, dass vielerorts eklatante Sicherheitslücken klaffen, wenn nach der Ausstattung ihrer Wohnung mit Sicherheitstechnik gefragt wird. Nur etwa ein Viertel der Befragten gab an, dass ihre Wohnung bzw. Haus mit abschließbaren Fenstergriffen, zusätzlichen Sicherungen an Balkon- oder Terrassentüren bzw. einem zweiten Türschloss ausgerüstet ist.

„Jede Tür, jedes Fenster ist nur so sicher wie ihr schwächstes Bauteil – selbst ein massiver Sperrbügel oder ein abschließbarer Türgriff ist nutzlos, wenn sich die Scharniere leicht lösen lassen“, erklärt Experte Michael Vogel, Abteilungsleiter Sach-Schaden beim BGV. Viele scheuen die Kosten für den Einbau von zusätzlicher Sicherungstechnik. Insbesondere Mieter wollen nicht in fremdes Wohneigentum investieren. Von den befragten Mietern gaben 14 Prozent an, dass der Vermieter sich an den Kosten nicht beteiligen wollte, bei drei Prozent hat der Vermieter den Einbau von zusätzlicher Sicherungstechnik sogar verboten.

Hausratversicherung kommt für Schäden auf
Wer eine Hausratversicherung für seine Wohnung oder das Haus besitzt, bekommt den materiellen Verlust durch Einbruch und Vandalismus ersetzt. Und der kann schnell mehrere tausend Euro betragen. Der BGV-Experte rät, Einkaufsbelege von teuren Wertsachen oder technischen Geräten aufzubewahren. Sie helfen, den Schaden zu beziffern. Die Täter nehmen in der Regel handliche Sachen wie Bargeld, hochwertige Smartphones, Kameras, Schmuck und Uhren mit. Fühlt sich der Dieb ungestört und steht ein Fahrzeug in der Nähe, dann zählen auch größere Gegen-stände wie Gemälde und Flachbildfernseher, Fahrräder und E-Bikes zum Diebesgut.

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