Mietwohnungen in Tirol müssen bezahlbar bleiben

Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen. Das ist ein Traum, den nicht nur viele Österreicher hegen, sondern auch zahlreiche Touristen, wenn sie Tirol erst einmal kennen gelernt haben. Das Bundesland hat mit seinen 36 Regionen seinen Bewohnern eine breite Palette an Vorteilen zu bieten, die für eine gute Lebensqualität sorgen. Neben der grandiosen Bergwelt und den unvergleichlichen Naturschönheiten, gibt es kulturelle und historische Stätten zu entdecken, und zahlreiche gute Hotels bieten ihren Gästen mit ihren Restaurants die berühmten kulinarischen Köstlichkeiten Tirols. Weitere mannigfaltige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung versprechen Erholung vom beruflichen Alltag. Diese Vorteile Tirols haben dazu geführt, dass hier – im Gegensatz zu zahlreichen anderen österreichischen Bundesländern – keine Abwanderung in die industriellen Ballungsgebiete stattgefunden hat. Im Gegenteil, in den vergangenen zehn Jahren stieg per Saldo die Einwohnerzahl Tirols um mehr als 40.000. Diese positive Entwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft in Tirol ist allerdings bedroht, wenn die rasante Steigerung der Mieten nicht gestoppt wird. Bei immer mehr Familien geraten die monatlichen Mietzahlungen zur Existenzbedrohung.

Effektive Maßnahmen können die Mieten in Tirol auf bezahlbarem Niveau halten
Mehr als 40 Prozent aller Haushalte in Tirol werden in gemieteten Räumen geführt. Davon etwa 20 Prozent in kommunalen Gebäuden, 40 Prozent in gemeinnützigen Wohnungen und 40 Prozent in privat vermietetem Wohnraum. Doch die Mieten steigen unaufhörlich von Jahr zu Jahr weit über den durchschnittlichen jährlichen Lohnanstieg hinaus. In den vergangenen 11 Jahren stiegen die Mieten um etwa 3 Prozent per anno; was einen Gesamtanstieg von 38,5 Prozent bedeutet. Im Gegensatz dazu, stieg das Lohn- und Gehaltsniveau im Jahresdurchschnitt lediglich um 2,1 Prozent. Sollte diese negative Entwicklung nicht gestoppt werden, droht letztendlich doch noch eine Abwanderung der Bevölkerung in die Ballungsgebiete. Um dem schnell entgegen zu treten, ist zunächst einmal die Landesregierung gefordert.

Gründe für den Mietanstieg
So wurden für den Bau von Sozialwohnungen die Fördermittel von 60 Prozent auf 40 Prozent gekürzt, und das innerhalb weniger Jahre. Des Weiteren sollten die überaus strengen öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften genau unter die Lupe genommen werden, hinsichtlich des Kosten-/Nutzenverhältnisses. Ist es beispielsweise unbedingt erforderlich, dass jeder Neubau ab einem Parterre und zwei Geschossen über einen Lift verfügen muss? Außerdem haben die überaus teuren Niedrigenergiehäuser bei weitem nicht das angestrebte Energie-Einsparungspotential erreicht. Hohe Baukosten erfordern zwangsläufig hohe Mieten. Es sollte sich zurück besonnen werden auf die alten Tugenden der Sparsamkeit, der durchdachten Zweckmäßigkeit und des bedarfsgerechten Bauens; dann werden in Tirol die Mieten bezahlbar bleiben, und die Menschen können dort wohnen, wo sie sich am wohlsten fühlen.