Heizkosten drücken, ohne zu frieren. 7 Tipps für Mieter

3d Sparschwein als Heizkörper, Energiekosten senken

Wer nicht das seltene Glück hat, in einer Wohnung mit fester Warmmieten-Vereinbarung zu leben, bekommt eine Nebenkostenabrechnung vom Vermieter gestellt. Die Heizung ist dabei der meist mit Abstand teuerste Posten. Aber hier kann man völlig legal vielfältig tricksen.

Mit den Mietnebenkosten ist es immer so eine Sache. Derzeit betragen sie im Deutschland-Schnitt 2,19 Euro pro Quadratmeter. Und auch wenn Vermieter eine Heizungs-Modernisierungspflicht haben, kann man doch oft nicht verhindern, dass im Keller ein Gerät werkelt, das, nun ja, etwas sparsamer sein könnte. Abschalten ist natürlich keine Option, frieren will man schließlich nicht. Aber man kann auch als Mieter einige Fäden ziehen, welche die Heizkosten reduzieren. Auf den folgenden Zeilen zeigen wir sieben davon.

1. Den Dreh raus

Wenn die Position für die Heizung auf der Nebenkostenabrechnung zu hoch liegt, muss nicht zwingend der Brenner verantwortlich sein. Oft liegt das Problem auch am anderen Ende der Heizkette, beim Vermieter. Der erste Schritt sollte daher sein, zu prüfen, ob man überhaupt die korrekten Temperaturen in den jeweiligen Räumen eingestellt hat. Richtwerte sind:

  • Wohnzimmer: 20°C
  • Schlafzimmer: 17°C
  • Küche: 18°C
  • Bad: 20°C
  • WC: 16°C (falls getrennt vom Bad)
  • Flur: 15°C

Damit bewegen die meisten Menschen sich noch innerhalb der Komfortzone. Wem das zu kühl ist, kann einfach eine Lage Kleidung mehr anziehen, denn jedes eingesparte Grad Celsius entspricht einer Einsparung von etwa 6% Heizenergie. Tiefer sollte man jedoch nicht dauerhaft gehen, denn das begünstigt wiederum Schimmel. Aber: Nachts dürfen es gerne bis zu 5°C weniger sein. Das ist ein guter Mittelwert, denn es spart zwar Energie, kühlt die Räume aber eben nicht so sehr aus, dass am nächsten Morgen die Ersparnis beim Wiederaufheizen aufgefressen wird.

Dazu gehört es auch, die Zimmertüren geschlossen zu halten, damit die jeweiligen Temperaturen auch eingehalten werden.

Heizkörper Thermostat

2. Genau eingestellt

Die genannten Temperaturen lassen sich natürlich mittels normalem Wandthermometer bestimmen. Genauer geht es jedoch an der Heizung selbst. Zwar sind dort Thermostatventile mittlerweile vorgeschrieben, jedoch geht es immer noch besser. Nämlich wenn man nach Rücksprache mit dem Vermieter digitale Thermostate installiert. Das ist pro Heizkörper eine Sache von Minuten und die eingestellte Temperatur wird gehalten, komme was wolle – das nächtliche Herunterregeln lässt sich auch einprogrammieren

3. Ran an die Folie

Wo sitzen Heizkörper? An der Wand. Und was bedeutet das? Sie strahlen die Hälfte ihrer Wärme nicht in den Raum, sondern nach hinten, heizen an dieser Stelle die Wand ziemlich überflüssig auf und verbrauchen Energie. Der nächste Schritt sollte also darin bestehen, sich im Baumarkt Reflexionsfolien zu besorgen. Die kosten nicht viel, sind blitzschnell installiert (und auch spurenlos entfernbar). Und das Beste: Je nach Bauart werden damit zwischen 5 und 10 Prozent Heizenergie eingespart.

frau sitzt gemtlich auf dem sofa und liest ein buch

4. Heißer Ofen

Mieter haben kaum Einfluss darauf, welche Heizungsform der Vermieter verbaut. Pech für diejenigen, die deshalb teure Ölrechnungen bezahlen müssen. Um diesen Trick zu verstehen, ist etwas Physik notwendig, genauer gesagt ein Blick auf die Kraft, die den Brennstoffen innewohnt, die sogenannten Brenn- und Heizwerte. Erdgas und Heizöl kommen da nämlich nur auf Werte zwischen 8 und 10 kWh/m³. Ganz anders sieht es jedoch bei Butan und Propan aus, die leisten im gleichen Volumen satte 34 bzw 25 kWh. Und was wird mit diesen beiden Gasen betrieben? Zimmeröfen!

Das sind Gasöfen, die nicht mit offener Flamme arbeiten und explizit für Innenräume zugelassen sind. Gegen deren Benutzung kann der Vermieter keine Einwände erheben und weil sie mit den besagten, leistungsstarken Gasen betrieben werden, verbrauchen sie bei gleicher Heizleistung wesentlich weniger Energie. Zwar sind Butan und Propan etwas teurer als Erdgas, unterm Strich bleibt jedoch trotzdem noch genug Einspar-Spielraum. Damit kann man die Zentralheizung herunterdrehen und bei Bedarf unabhängig von der Nebenkostenabrechnung buchstäblich Gas geben.

Allerdings: Gasbrenner mit offenen Flammen oder gar Heizpilze haben in Innenräumen nichts verloren. Sie erhöhen nicht nur die Brandgefahr, sondern fressen auch den Luftsauerstoff dramatisch schnell auf.

5. Frei. Räume.

Unter Punkt 3 zeigte die Folie hinter der Heizung, wie man effektiv das Abstrahlen von Hitze blockiert. Bloß geht das auch in die andere Richtung, wenn nämlich vor dem Heizkörper, also auf der Zimmerseite, dicke Vorhänge, Gardinen oder gar die schwere Couch zu dicht vor den Heizkörpern stehen. Dann nämlich werden die genauso daran gehindert, ihre Wärme abzugeben; es dauert nicht nur länger, bis der Raum warm wird, sondern es muss auch viel mehr Energie aufgewendet werden.

Die Maßgabe sollte also lauten, die Möbel und Deko-Elemente in allen Zimmern so zu stellen, dass sie mindestens 30, besser 50 Zentimeter von den Heizkörpern entfernt stehen – je weiter, desto besser. Und große Dinge, wie etwa Schränke, sollten auch zwei Zentimeter von der Wand weggerückt werden, damit die warme Luft auch dahinter zirkulieren kann, das hilft gegen Schimmel.

Modern living room

6. Sich mal Luft machen

Richtig lüften, das ist das goldene Credo aller Tipps zum Vermeiden von Schimmel. Doch das Aufreißen der Fenster sorgt eben auch dafür, dass die Raumtemperatur abgesenkt und hernach wieder kräftig nachgeheizt werden muss. Kein guter Ansatz, wenn man Heizkosten sparen will. Oder doch?

Jein, denn es kommt darauf an, dass man richtig lüftet. Die oberste Regel dabei lautet, dass niemals, erst recht nicht während der Heizperiode, die Fenster auf Dauer-Kipp stehen sollten. Wenn gelüftet wird, dann folgendermaßen:

  1. Thermostate an allen Heizkörpern zudrehen
  2. Alle Zwischentüren öffnen
  3. Alle Fenster soweit es geht öffnen.

Wie lange dieser Zustand so bleibt, hängt von der Jahreszeit ab. Fürs Winterhalbjahr kann man sich grob an den folgenden Zahlen orientieren:

  • Oktober & März: 12 Minuten
  • November & Februar: 8 Minuten
  • Dezember & Januar: 5 Minuten, bei Frost auch nur 3

Danach alle Fenster und Zwischentüren wieder schließen und die Thermostate wieder öffnen.

Woman relaxing in the bathtube

7. Splish, Splash…

Viele Mieter vergessen gerne, dass der Heizungsteil der Nebenkostenabrechnung nicht nur aus den Aufwendungen für das Erwärmen der Wohnung besteht, sondern dass ein ziemlich großer Teil der gleichen Energie auch für das Erzeugen von warmem Wasser draufgeht. Sofern die Warmwasserbereitung der Wohnung also nicht auf elektrischem Weg über Durchlauferhitzer geschieht (notfalls Vermieter fragen), kann man also auch durch den korrekten Umgang mit dem warmen Nass die Heizkosten senken.

  • Verwenden einer speziellen Duschuhr. Diese zeigt genau an, wie viel Wärmeenergie man für den aktuellen Duschgang aufwendet und sorgte im Test dafür, dass die Verbräuche um durchschnittlich 22% sanken.
  • Installieren eines Spar-Duschkopfs. Nur einmal ab- und wieder dranschrauben reicht, um teilweise die Hälfte des Wasser- und somit Heizenergieverbrauchs beim Duschen zu reduzieren.
  • Streichen der Vollbäder. Sowohl die reine Wassermenge als auch die benötigte Heizenergie für die Wassermassen der Badewanne stehen in keiner Relation zu den Effekten des Badens. Solange man also nicht an einer dicken Grippe laboriert oder Kreuzschmerzen hat, sollte man sich Vollbäder sparen.
  • Händewaschen nur mit kaltem Wasser. Denn je nach Wohnungsgröße und Heizungsanlage muss man lange das Wasser laufen lassen, bis es überhaupt warm wird. Wer hart zu sich ist, kann auch die morgendliche Wäsche kalt absolvieren – das stärkt nämlich nicht nur das Immunsystem, sondern strafft auch die Haut.

Was man bei aller Sparsamkeit jedoch nicht tun sollte, ist das warme Wasser aus dem Hahn (etwa fürs Kochen) durch solches aus einem Wasserkocher zu ersetzen. Denn betrachtet man sich die reinen Energiemengen, dann ist Wärme, die mittels Steckdose erzeugt wird, mit Abstand am teuersten. Der Wasserkocher spart also nicht, sondern treibt die Rechnung nur an anderer Stelle nach oben, statt bei den Heizkosten eben beim Strom. Gleiches gilt auch für elektrische Heizlüfter usw.

 

 

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