Qualitätssiegel „Gewohnt gut – fit für die Zukunft“

Berlin, 22.09.2017 (lifePR) – .

Preisträgerin im September 2017:
Gubener Wohnungsgesellschaft mbH

BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.
Maren Kern, Vorstand

Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL)
Kathrin Schneider, Ministerin

Im Überblick

– "Gewohnt gut" geht im September nach Guben
– Gubener Wohnungsgesellschaft macht Stadtgeschichte lebendig
– Das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – fit für die Zukunft"

"Gewohnt gut" geht im September nach Guben

Diese Fassade ist mehr als nur Kunst am Bau: Die prominente Giebelwand des Wohngebäudes in der Gubener Pestalozzistraße macht Stadtgeschichte zum Blickfang und ist das neue Aushängeschild der vom Umbruch geprägten "Altstadt West". Die Gubener Wohnungsgesellschaft mbH (GuWo) verbindet durch die Fassadengestaltung das Nützliche mit dem Kreativen und schafft damit nicht nur einen Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner des Objekts, sondern für die ganze Stadt.

Die "Gewohnt gut"-Jury zeichnet die kreative Fassadengestaltung aus, durch die ein attraktiver Eingang in das Wohnquartier geschaffen wurde. Die Gubener "Altstadt West" ist schon heute der Stadtteil mit den meisten Einwohnern und steht gemeinsam mit der "Altstadt Ost" im Zentrum des Stadtumbaukonzepts Guben 2030, das für die nächsten Jahre eine Wohnkonzentration in der Innenstadt und einen Rückbau der Stadtränder vorsieht. Die Gubener Wohnungsgesellshaft mbH leistet hierzu einen wesentlichen städtebaulichen Beitrag.

BBU-Vorstand Maren Kern gratuliert zu der Auszeichnung: "Die GuWo trägt nicht nur mit der Anpassung ihres Bestandes an die zukünftigen Erfordernisse zum Stadtumbau bei, sondern auch mit einer individuellen Gestaltung ihrer Objekte. Besonders bemerkenswert finde ich, dass die Gubenerinnen und Gubener bei der Auswahl des Motivs mitreden konnten. Der hohe Zuspruch für das nun umgesetzte Motiv zeigt: Hier ging es nicht nur um die Gestaltung einer Fassade, sondern auch um Identifikation mit der Stadt, ihrer Geschichte und ihrer Zukunft. Mit dem Qualitätssiegel ‚Gewohnt gut – fit für die Zukunft‘ wollen wir solche Projekte würdigen und andere Wohnungsunternehmen zum Nachahmen ermutigen."

Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, sagt anlässlich der Vergabe des Siegels: "Wir haben im Land Brandenburg sich unterschiedlich entwickelnde Wohnungsmärkte. Anders als im Berliner Umland müssen viele Städte in Brandenburg auf sinkende Bevölkerungszahlen reagieren. Guben hat dazu ein ambitioniertes Stadtumbaukonzept beschlossen, an dessen Umsetzung die GuWo mitwirkt. Zu einer zukunftsfähigen Stadtentwicklung gehören aber nicht nur die großen baulichen Lösungen, sondern auch solche, die die Verbundenheit der Unternehmen mit den Menschen und ihrem Wohnort fördern. Das ist der GuWo hier beispielhaft gelungen."

Martin Reiher, Geschäftsführer der Gubener Wohnungsgesellschaft mbH, freut sich über die Auszeichnung: "Diese Fassade bot sich für eine Umgestaltung regelrecht an: Zentral gelegen und gut einsehrbar markiert sie den Eingang zu einem der wichtigsten Wohnquartiere der Stadt. Dass wir mit dem Entwurf auf so viel Zuspruch in der Stadt treffen und nun auch die ‚Gewohnt gut‘-Jury überzeugen konnten, freut uns sehr und gibt uns Rückenwind für die anstehenden Aufgaben."

Das Qualitätssiegel
Das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – fit für die Zukunft" wird sechsmal jährlich vom BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. vergeben und steht unter der Schirmherrschaft von Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider. Durch die Auszeichnung beispielhafter Projekte soll darauf aufmerksam gemacht werden: Für die Wohnungsunternehmen sind auch Stadterneuerung und Aufwertung zentrale Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Über die Preisvergabe entscheidet ein Bewertungsgremium, das neben dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungs-unternehmen e.V. aus Vertretern der Arbeitsgemeinschaft "Städteforum Land Brandenburg", der Bundestransferstelle Stadtumbau Ost, der Deutschen Kreditbank AG (DKB) sowie dem MIL besteht.

Gubener Wohnungsgesellschaft macht Stadtgeschichte lebendig

Eine zuvor wenig ansehnliche Fassade an einer prominenten Kreuzung steht in Guben beispielhaft für den städtebaulichen Umgestaltungsprozess. Mit ihrer Darstellung bedeutender Personen der Stadtgeschichte erinnert die GuWo an das, was die Stadt in ihrer Vergangenheit geprägt hat und lässt diejenigen, die sie verkörpern, zugleich als Bewohner des Hauses lebendig werden. Sie bilden nun das Tor zur "Altstadt West" – ein Wohnquartier, das den Schwerpunkt des Wohnens im künftigen Guben darstellen soll.

Eine große Fassadenfläche, gut einsehbar und in sehr zentraler Lage – aus Sicht des Geschäftsführers der Gubener Wohnungsgesellschaft mbH, Martin Reiher, wie gemacht für eine kreative Gestaltung. Da das dazugehörige Wohnhaus der GuWo gehörte und die Fassade ohnehin überarbeitet werden sollte, wurde aus der Idee schnell ein konkretes Projekt. Mit Hilfe der Berliner Kreativagentur GRACO wurden mehrere Entwürfe erarbeitet und den Gubenerinnen und Gubenern zur Abstimmung gestellt: "Das Ergebnis war eindeutig", berichtet Martin Reiher. Fast 80 Prozent der Teilnehmenden votierten für das inzwischen realisierte historische Motiv.

Positive Resonanz in der ganzen Stadt
Den Impuls für eine Darstellung Gubener Persönlichkeiten lieferte der Stadthistoriker Andreas Peter. Auf seinen Vorschlag hin prangen nun sechs Personen sowie die historische Gubener Straßenbahn auf der Fassade. Das Wirken der abgebildeten Damen und Herren ist dabei sehr unterschiedlich: Von Gubens bekanntestem Hutmacher Carl Gottlob Wilke über die seinerzeit von Goethe verehrte Sängerin und Schauspielerin Corona Schröter bis hin zum zeitweiligen Namensgeber der Stadt, Wilhelm Pieck, reicht die Auswahl. Die heutigen Gubenerinnen und Gubener sind jedenfalls überzeugt: "Wir haben ausschließlich positive Rückmeldungen auf die Neugestaltung bekommen, auch in den sozialen Netzwerken. Diese großartige Resonanz freut uns sehr", so GuWo-Geschäftsführer Martin Reiher.

Gubener Altstadt im Fokus des Stadtumbaus
Die GuWo hat in der Pestalozzistraße aber nicht nur kreativ Hand angelegt, sondern nutzte die Gelegenheit auch zur Anbringung einer Wärmedämmung. Damit befindet sich das Wohnhaus in guter Gesellschaft zu weiteren Objekten im Quartier, die bereits saniert wurden oder derzeit saniert werden. Geschäftsführer Peter Wiepke zu den aktuellen Vorhaben der GuWo: "Die Ertüchtigung der Altstadt West wird gemeinsam mit der Altstadt Ost in den nächsten Jahren im Mittelpunkt unserer Anstrengungen stehen. Diese Quartiere werden künftig der Schwerpunkt unserer Investitionsvorhaben bilden." Der anhaltende Bevölkerungsrückgang erfordert langfristig den geordneten Rückbau der Stadtränder. Das wirkt sich auch erheblich auf den Bestand der GuWo aus.

Mit Tatkraft und Kreativität fit für die Zukunft
Grundlage dafür ist das Stadtumbaukonzept, zu dessen Realisierung die GuWo als städtisches Unternehmen einen erheblichen Teil beiträgt. "Damit machen wir die Stadt zukunftsfest", sind sich die Geschäftsführer Martin Reiher und Peter Wiepke sicher. Die Gubener Wohnungsgesellschaft hat bewiesen, dass sie die kommenden Herausforderungen mit Tatkraft und Kreativität angeht. Mit diesem Ansatz bleibt Guben auch weiterhin fit für die Zukunft.

Das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – fit für die Zukunft"

Für Brandenburgs Wohnungsunternehmen sind Stadterneuerung und Aufwertung ihrer Wohnungsbestände wesentliche Bestandteile des Stadtumbauprozesses. Mit der Verbesserung der Sozial-, Kultur- und Bildungsinfrastruktur passen sie sich an den demografischen Wandel an.

Durch gute Wohnbedingungen und Funktionsstärkung der Innenstädte wird dafür gesorgt, dass die Menschen gerne in ihren Heimatregionen und Wirtschaftsunternehmen am Standort verbleiben oder sich neu ansiedeln. Sechs Mal im Jahr zeichnen BBU und MIL ein Projekt aus, das diesen Zielen in besonderer Weise gerecht wird. Es erhält das Qualitätssiegel "Gewohnt gut – fit für die Zukunft".

Auszeichnung für beispielhafte Projekte
Das Qualitätssiegel geht an brandenburgische Wohnungsunternehmen, deren Wohnungsbestände in besonderem Maße dem demografischen Wandel und der Sicherung guten und bezahlbaren Wohnraums Rechnung tragen. Das gilt insbesondere für das Wohnen im Alter und mit Behinderung ebenso wie für familiengerechtes Wohnen oder den nachhaltigen Einsatz regenerativer Energien.

Mit dem Qualitätssiegel sollen beispielhafte Projekte von Wohnungsunternehmen zur Aufwertung der brandenburgischen Innenstädte gewürdigt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beiträge zu einer nachhaltigen Stadterneuerung. Zudem werden Standards definiert. Nur Projekte, die einem strengen Kriterienkatalog genügen, erhalten die Auszeichnung. Geprüft werden dabei beispielsweise der soziale Nutzen für die Mieter und für die Stadt sowie die Zukunftsfähigkeit der Projekte.

Mit Aufwertungsmaßnahmen wie der Anpassung von Grundrissen, dem Einbau von Aufzügen oder der Entwicklung von wohnbegleitenden Dienstleistungen haben viele Wohnungsunternehmen schon frühzeitig auf die Herausforderungen der Bevölkerungsentwicklung im Land Brandenburg reagiert und attraktiven Wohnraum für Familien und ältere Menschen geschaffen.

Abriss und Aufwertung: zwei Seiten einer Medaille
Im Mittelpunkt der Stadterneuerung steht die Zukunftsfähigkeit der brandenburgischen Städte. Im Rahmen des Stadtumbaus werden der Abriss dauerhaft nicht mehr benötigten Wohnraums und die Aufwertung der bestehenden Wohnungsbestände daher gleichzeitig vorangetrieben.

Eigeninvestitionen und Landesförderung
Im Rahmen des Stadtumbaus hat das MIL bisher den Abriss von mehr als 60.000 Wohnungen in den Stadtumbaustädten des Landes Brandenburg gefördert, der fast gänzlich von den BBU-Mitgliedsunternehmen geleistet worden ist. Die Leerstandsquote konnte so landesweit in den Stadtumbaustädten von über 14 Prozent auf ca. 9 Prozent abgesenkt werden. Zudem haben die brandenburgischen Wohnungsunternehmen seit 1991 mehr als 13 Milliarden Euro in die Instandsetzung und Modernisierung ihrer Wohnungsbestände investiert.

Unterstützt werden diese Beiträge durch öffentliche Förderprogramme des Landes:

Seit 2007 hat das MIL die Wohnraumförderung neu ausgerichtet. Es erfolgt eine Konzentration auf die Innenstädte mit dem Schwerpunkt generationsgerechtes Wohnen. Hierfür wurden bisher für fast 8.700 Wohnungen ca. 211 Millionen Euro bewilligt. Davon flossen rund 40 Millionen Euro in die Nachrüstung von Aufzügen.

Ergänzt wird die soziale Wohnraumförderung durch die Programme der nationalen Städtebauförderung des Landes und Bundes sowie der Europäischen Union. Seit 1990 flossen in Brandenburger Städte rund 3,4 Milliarden Euro.

So trägt das Land dazu bei, dass Modernisierungsinvestitionen der Unternehmen in ihre Wohnungsbestände auch für sozial Schwache sowie für alle Altersgruppen und Lebenslagen bezahlbar bleiben.