Pressemitteilung – Neuer Energieausweis oft nicht notwendig

Kiel, 19.01.2018 (lifePR) – „Einen Energieausweis neu ausstellen zu lassen, ist oft nicht notwendig“, erläuterte Charlotte Hempel, Rechtsanwältin bei Haus & Grund Schleswig-Holstein. Anlass für diesen Hinweis seien unseriöse Firmen, die derzeit vermehrt auf Immobilieneigentümer zukämen und behaupteten, abgelaufene Energieausweise müssten unverzüglich erneuert werden. Das sei allerdings bloße Geldschneiderei. Der Eigentümer müsse den Energieausweis nur verlängern, wenn die Energieeinsparverordnung (EnEV) das vorschreibe. Dies sei nach § 16 EnEV der Fall, wenn der Eigentümer eines Grundstückes ein Gebäude neu errichte, ein Gebäude verkaufe, vermiete oder verpachte und wenn er einen energierelevanten Umbau vornehme. Ausnahmen gäbe es nach § 16 Absatz 5 der EnEV für denkmalgeschützte Immobilien und für kleine Gebäude mit einer Nutzfläche von nicht mehr als 50 Quadratmetern. Außerdem sei die Verordnung nach § 1 der EnEV auf nicht beheizte Gebäude und Gebäude mit sehr geringer Nutzung, wie zum Beispiel Ferienhäuser, nicht anwendbar.

„Die Pflicht, einen Energieausweis auszustellen, besteht seit 2007. Die ersten Energieausweise sind 2017 abgelaufen, da das Dokument nach § 17 Absatz 6 EnEV zehn Jahre gültig ist,“ schilderte die Rechtsanwältin den rechtlichen Hintergrund. Einen neuen Energieausweis benötige infolgedessen ein Vermieter, der eine Wohnung jetzt neu vermiete und dessen Energieausweis für das Wohngebäude älter als zehn Jahre sei. Immobilieneigentümer könnten sich bei Haus & Grund beraten lassen, ob ein vorhandener Energieausweis erneuert werden müsse. Wenn das der Fall sei, habe der Verband zuverlässige Kooperationspartner, die nach § 21 EnEV berechtigt seien, den Energieausweis zu erstellen, so Hempel abschließend.