Das Mietverhältnis – der Auszug und die Wohnungsübergabe

Jedes Jahr kommt es zu tausenden Streitfällen rund um den Auszug. Mieter klagen gegen Vermieter und umgekehrt. Welche Vorkehrungen können die Mietparteien treffen, damit ihnen das nicht passiert?

Wenig Reibungsfläche bieten

Natürlich ist der Auszugstermin ein wichtiges Ereignis – sowohl Mieter als auch Vermieter möchten nicht irgendwelche Kosten tragen, für die sie sich nicht verantwortlich fühlen. Um zum Abschluss des Mietverhältnisses wenig Reibungsfläche für Streitigkeiten rund ums Geld zu bieten, lohnt es sich, gemeinsam ein Übergabeprotokoll anzufertigen.

Protokoll anfertigen – aber richtig!

Zum Anlass des Auszugs gehen Mieter und Vermieter gemeinsam durch die Wohnung und begutachten dabei Raum für Raum. Sollten Schäden zu beanstanden sein, werden diese protokolliert, zusammen mit dem Hinweis, wer das bis wann in Ordnung bringt. Natürlich können Sie das Protokoll auch mit Fotos ergänzen. Allerdings müssen Sie diese dann ausdrucken und ebenfalls vom Vertragspartner unterschreiben lassen, wenn Sie diese nicht nur für den persönlichen Gebrauch nutzen wollen.

Zum Ende des Rundgangs unterschreiben beide Parteien das Protokoll und bekräftigen damit das Ergebnis. Anschließend erhalten Mieter und Vermieter je eine Kopie des Übergabeprotokolls. Dieses Schriftstück kann nun auch als Beweis vor Gericht verwendet werden, sollten wider Erwarten doch noch Streitigkeiten entstehen. Für den Fall, dass Sie sich nach dem Rundgang nicht abschließend einigen können, sollte auch dieser Sachverhalt in dem Protokoll festgehalten werden.

Das Übernahmeprotokoll hinzuziehen

Als hilfreiche Grundlage für das Übergabeprotokoll gilt das Übernahmeprotokoll, das in gleicher Weise zu Beginn des Mietverhältnisses von Mieter und Vermieter angefertigt wurde. Besteht ein solches Protokoll, lassen sich Meinungsverschiedenheiten leichter klären, weil Mieter und Vermieter sich nicht alleine auf ihre Erinnerung verlassen müssen.

Probleme bei der Übergabe

Doch auch mit den besten Vorsätzen und einem Übergabeprotokoll gerüstet, geht nicht immer alles glatt. So gehen Sie mit auftretenden Schwierigkeiten um:

Es kommt zu Beanstandungen bezgl. des Wohnungszustands

Selbstverständlich kann es bei der Wohnungsbegehung zu Beanstandungen kommen, weil zum Beispiel eine Schönheitsreparatur nicht ausgeführt wurde, eine Schaden nicht repariert wurde oder der Mieter vergessen hat, eine in die Wohnung eingebrachte Einrichtung, wie zum Beispiel ein Wandregal, zu entfernen. Selbst wenn Sie schnell einig werden und der Mieter eine Nachbesserung zusagt, müssen Sie als Vermieter trotzdem noch einen zweiten Termin vereinbaren. Ganz zu schweigen davon, dass Sie vielleicht durch die Nachbesserung unter Druck kommen, was den zugesagten Übergabetermin für den Folgemieter angeht.

Eine solche „Engstelle“ können Sie vermeiden, indem Sie eine Vorabnahme mit dem Mieter vereinbaren, die dem Mieter genügend Zeit für Nachbesserungen bis zum endgültigen Übergabetermin lässt.

Die Wohnung ist noch nicht geräumt

Sollte die Wohnung zum vereinbarten Übergabetermin noch nicht vollständig geräumt sein, müssen Sie als Vermieter abwägen, ob Sie das Risiko eingehen wollen, dass noch nach der Übergabe Schäden entstehen können, wenn die Wohnung endgültig geräumt wird. Wollen Sie auf der sicheren Seite sein, vereinbaren Sie einen neuen Termin.

Wenn der Mieter nicht mitmacht …

Sollte der Mieter, aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit sein, zum Auszug ein gemeinsames Übergabeprotokoll anzufertigen, ziehen Sie günstiger weise einen Zeugen hinzu, der möglichst nicht aus ihrer eigenen Familie oder Verwandtschaft stammt. Dieser unterschreibt dann mit Ihnen gemeinsam das Protokoll. Ein solches Schriftstück hat zwar nicht die Beweiskraft eines normal gefertigten Übergabeprotokolls, aber es ist doch deutlich mehr, als im Streitfall gar nichts in der Hand zu haben.

Mieter und Vermieter können sich nicht auf einen Termin einigen

Fällt das Ende des Mietvertrags auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, ist der Mieter nicht verpflichtet, die Übergabe an einem solchen Tag durchzuführen. Er ist auch nicht verpflichtet einem vor diesem Datum liegenden Termin zuzustimmen. Das Gesetzt sieht allerdings vor, dass die Mietsache am nächsten Werktag zu übergeben ist. Für diesen Zeitverzug hat der Mieter dem Vermieter einen anteiligen Mietausgleich zu zahlen.

Einige Abschließende Tipps zum Auszug

  • Tragen Sie dafür Sorge, dass alle Schlüssel an den Vermieter übergeben werden. Auch solche Schlüssel, die nachgemacht wurden.
  • Lesen Sie gemeinsam die Zählerstände für Wasser, Strom und Heizung ab und nehmen Sie diese ebenfalls in das Protokoll auf. So vermeiden Sie als Vermieter Streitigkeiten im Nachgang des Mietverhältnisses. Als Mieter sichern Sie sich davor, Nebenkosten des Folgemieters zu zahlen.
  • Teilen Sie dem Vermieter Ihre neue Adresse mit. So kann dieser Ihnen unverzüglich die Nebenkostenabrechnung zusenden, sobald diese erstellt ist, oder Sie in anderen wichtigen Fragen erreichen.

Bitte beachten Sie: Dieser Artikel ist nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und erstellt. Wir können jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen. Eine Haftung ist somit ausgeschlossen.