Pressemitteilung – Heilung im Kurhaus in Bad Alexandersbad

Ampfing, 16.11.2018 (lifePR) – Den Genius loci zu finden, den „Geist eines Ortes“, dies kann für Architekten ein mitunter schwieriges Unterfangen sein. Brückner & Brückner Architekten gaben nicht nach, ehe sie ihn anlässlich eines neuen Bades für Bad Alexandersbad gefunden hatten, das Alt mit Neu verbinden sollte. Bei den in dem Gebäude verbauten Nass- und Feuchtraumtüren mit zusätzlichen Brand-, Rauch- und Schallschutzfunktionen entschieden sich die Architekten unter anderem aufgrund des breiten Produktportfolios für Lösungen von Schörghuber.

Von Bad Alexandersbad noch nie etwas gehört zu haben – dies ist keine Schande. Mit nicht einmal 1000 Einwohnern ist es zumindest in einer Hinsicht Rekordhalter – als kleinster Kurort Bayerns, tief im Oberfränkischen gelegen und kurz vor der Grenze zu Tschechien. Von der „Wollsackverwitterung“ keine Kenntnis zu besitzen, ist ebenso wenig Anlass, betrübt zu sein. Denn diese geologische Besonderheit kennen für gewöhnlich nur Freunde der Gesteinskunde – oder auch Bewohner des Fichtelgebirges. Die Architektenbrüder Brückner aus dem nicht weit entfernt gelegenen Tirschenreuth gelten als Meister in der Suche nach jenem „Geist des Ortes“, der die Plätze ihrer Projekte prägt. Und sie entschieden, dass die „Wollsackverwitterung“ zum formalen Leitmotiv ihres Bad-Entwurfs werde. Sie selbst formulieren es poetischer in der Frage: „Was will an diesem Ort sein?“

Potenzial

Was an diesem Ort hätte sein sollen, war seit seiner Gründung durch den letzten örtlichen Markgrafen der Region klar: ein möglichst gewinnbringender und mon­däner Badeort, der das kleine Fürstentum Ende des 18. Jahrhunderts vor dem Staatsbankrott hätte retten sollen. Was entstand, war ein kleines Schlösschen, ein kleines Kurhaus, in den 1960er- und 1970er-Jahren des letzten Jahrhunderts eine zeittypische Hotelanlage und schließ­lich eine Ansammlung aus Einfamilienhäusern, die so oder so ähnlich überall zu finden ist. Immerhin: Goethe wurde hier einmal gesehen – doch ansonsten erfüllten sich die hohen Erwartungen an die Neugründung eher nicht, und das kleine Kurbad hat bis heute vor allem Potenzial. Mit der Erweiterung des alten Kurhauses zum Alexbad gaben Brückner & Brückner dem Örtchen eine neue Chance, denn das Alexbad hat das Potenzial, Bad Alexandersbad aus dem Dornröschenschlaf zu holen.

Wer nun weiß, dass die „Wollsackverwitterung“ Gesteinsformationen hervorbringt, die aussehen wie gestapelte kubische Volumen – oder eben Wollsäcke –, und ebenso davon Kenntnis hat, dass solche geologischen Formationen in der Umgebung des Kurortes zu finden sind, dem erklärt sich auch die ungewöhnliche Form des Alexbades. Denn auf den ersten Blick erschließen sich keine Analogien zu den eher wenig auffälligen klassizisti­schen Bauten der direkten Umgebung. Das mineralische Entwurfsmotiv wurde zusätzlich durch einen rauen, mit Granitsplittern durchsetzten Fassadenputz betont und auch im Inneren mit sorgsam gewählten Oberflächen fortgeführt. „Bildlich gesprochen haben wir mit dem neuen Kurmittelhaus in Bad Alexandersbad einen Granitfelsen in den Kurpark gesetzt“, erklärt Stephanie Sauer von Brückner & Brückner, die das Projekt leitete. Das große Volumen unterteilt sich in aneinandergereihte Steine, die durch die senkrechten Glasfugen getrennt sind. Das Thema der Unterteilung und der Fuge in der massiven Wand waren wesentliche Entwurfsthemen der Architekten. Um die Wandflächen zu durchschneiden, wurden die meisten in dem Objekt verbauten Schörghuber Türen raumhoch ausgeführt. Um die teilweise sehr hohen Türen dennoch gut nutzbar zu machen, wurde sich für die Teilung des Türblatts und den Einbau von Oberblenden entschieden. Zudem wurden nach Möglichkeit massive Holztüren verbaut, durch die sich das Fichtelgebirge nicht nur in der Fassade, sondern auch im Gebäudeinneren abzeichnet.

Heilsame Kontemplation

Das Alexbad ist weder Spaß- noch Sportbad. Es soll den Kurgästen Ruhe und heilsame Kontemplation bieten. Die verwendeten Werkstoffe sind deshalb auch nicht spektaku­lär. Sie sind wertig, ohne zu protzen. Sie definieren den Ort und bleiben in Erinnerung. Auch deshalb besteht das Bad nicht aus einer großen Halle, sondern aus einer Addition von Einzelräumen um die drei Becken, die Sauna, das Dampfbad und das Sanarium. Aufgrund der Größe des Brandabschnitts war es den Erstellern des Brandschutzkonzeptes sehr wichtig, dass eigenständige Räume oder Raumbereiche wie der Saunabereich oder die Ruheräume vom zentralen Badebereich durch Bauteile mit Brandschutzanforderung abgetrennt werden. Deshalb wurden Türen benötigt, die sowohl für Nassräume geeignet sind als auch eine T30-Anforderung erfüllen. „Mit Schörghuber haben wir einen Partner gefunden, der auch dies ermöglichen konnte und von dessen breitem Produktportfolio und Kompetenz in Sachen Sonderlösungen wir über die gesamte Planungsphase hinweg profitieren konnten“, so Projektleiterin Stephanie Sauer. Nassraumtüren von Schörghuber werden aus nässeunempfindlichen Funktionswerkstoffen gefertigt, die auch bei direkter Nässeeinwirkung nicht aufquellen. Da die Türblätter vollwandig, ohne Hohlräume konstruiert sind, sind die Türen auch mit T30-Brandschutzzulassung erhältlich. Da es den Architekten aber nicht nur auf funktionelle, sondern auch auf gestalterische Aspekte ankam, entschieden sich diese für anodisierte und pulverbeschichtete Aluminiumzargen. Diese korrespondieren mit den Pfosten-Riegelfassaden der Fenster, der Glasfassaden und auch der Glasdächer, die im Badebereich die umgebende Landschaft, Licht und Schatten, Sonne und Regen und sogar den Sternenhimmel in das Innere bringen. Die Türblätter haben eine besonders robuste, monochrome HPL-Schichtstoffoberfläche, die farblich mit der Spachtelung der Wandflächen korrespondiert. Dieses Prinzip wurde dann bei allen Möbeln, Umkleidekabinen, Spinden, Ablagen und Regalen im Badebereich aufgenommen.

Höhepunkt des Alexbades ist das Panoramabad, welches sich im Obergeschoss des Neubaus befindet. In diesem Bereich müssen die verbauten Nassraumtüren von Schörghuber allen Anforderungen standhalten, die in einem Schwimmbad auftreten können: hohe Temperaturen, sehr hohe Luftfeuchtigkeit, Chlorwasser, chlorhaltige Raumluft und mehrmals tägliche Reinigungen. Die Materialien der in diesem Bereich verbauten Türen müssen also viel aushalten, weshalb sich auch hier für robuste Aluminiumzargen, eine HPL-Oberfläche, Edelstahlbeschläge und die PU-Kante, einen extrem widerstandsfähigen und dreiseitig angegossenen Kantenschutz, entschieden wurde. Der Blick der Badenden im Panoramabad des Kurhauses soll zwar vorwiegend nach oben in den Himmel über dem Fichtelgebirge gerichtet sein – aber eben auch nicht aus­schließlich. Denn die Fugen zwischen den skulpturalen Gebäudeblöcken füllten die Architekten mit Glas, durch das dann zwangsläufig die Allerweltswohnhäuschen der Nachbarschaft zu sehen sind. Das Alexbad von Brückner & Brückner sperrt die Gäste nicht ein in einen edlen und formal überhöhten Cocoon. Der Badende empfindet diesen Ort zwar als etwas Besonderes, denn drinnen herrscht ein neu geschaffener Genius loci. Doch der profane Alltag der Umgebungsbauten bleibt sichtbar. Diesen Kontrast muss der Kurgast aushalten und zugleich erfühlen, dass im Alexbad ein ganz neuer Geist des Ortes erschaffen wurde.

Eine besonders ausgefallene Türlösung haben die Architekten für den zentralen Ruheraum gewählt, um den sich mehrere Anwendungsräume gruppieren: „Um auch in der Raumgestaltung Ruhe zu erzeugen, haben wir hier zwei einflügelige Türblätter gewählt, die durch eine Zarge miteinander verbunden werden“, erklärt Sauer. In der Mitte zwischen den beiden Türen wurde ein feststehendes Element verbaut. In den Wellness- und Anwendungsbereichen ohne Nassraumanforderungen sind wandbün­dige Holzblockzargen mit umlaufenden Schattennuten verbaut worden. Die Oberflächen der echtholz-querfurnierten Türen mit Naturholz-Effektlack stammen aus der Schörghuber Beizmusterkollektion „Wood & Veneer“.

Verbindung zwischen Alt und Neu

Das neu errichtete Kurhaus ist eine Erweiterung des alten Kurhauses in Bad Alexandersbad, welches unter Denkmalschutz steht. Ein verglaster Baukörper verbindet als zentraler Kommunikationsbereich den Neubau mit dem Altbau und bildet den Eingangsbereich des Alexbades. Um den Brandabschnitt zwischen den beiden Gebäudeteilen herzustellen, wurden vor die denkmalgeschützten Fenster der ehemaligen Außenfassade des Altbaus feststehende T90-Verglasungen gesetzt. Als Übergänge zwischen Alt- und Neubau dienen unter anderem eine T90 Nischentür, die im geöffneten Zustand die volle Durchgangsbreite ermöglicht und im Brandfall automatisch schließt, sowie zwei weitere T90 Brandschutztüren mit Drehflügelantrieb und beidseitig verglasten Seitenteilen. Für diese Lösung entschieden sich die Architekten, um Transparenz zwischen den beiden Gebäudeteilen zu schaffen.

Bautafel:

Standort: Markgrafenstraße 28, Bad Alexandersbad, DE

Bauherr: Gemeinde Bad Alexandersbad, DE

Architekt: Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth | Würzburg, DE

Tragwerksplanung: Mittnacht Beratende Ingenieure, Würzburg, DE

Brandschutzplanung: Rassek & Partner, Würzburg, DE

Bruttorauminhalt: 19.650 m³

Bruttogrundfläche: 5.000 m²

Nutzfläche: 2.294 m²

Baukosten: 14 Mio. Euro

Fertigstellung: 2017

Verarbeiter: Gack Möbelwerkstätten, Thurnau, DE

Schörghuber Ansprechpartner: feldlin & reißer, Nürnberg, DE

Schörghuber Produkte: T30 Brandschutztüren Rw,P = 32 dB mit Nass- oder Feuchtraumeignung Typ 3, T30 Brandschutztüren Rw,P = 37dB Typ 13, Schallschutztüren Rw,P = 37 dB Typ 13/14, Vollspan-, Nass- und Feuchtraumtüren Typ

Gerhard Gack, Geschäftsführer Gack Möbelwerkstätten e. K., zur baulichen Umsetzung des Kurhauses in Bad Alexandersbad:

„Bei der baulichen Umsetzung des Kurhauses in Bad Alexandersbad waren die gestalterischen und funktionellen Anforderungen der Architekten, der enge Terminplan sowie die zeitliche und logistische Organisation des Auftrags die größten Herausforderungen, denen wir als Verarbeiter gegenüberstanden. Insbesondere bei den in dem Objekt verbauten Tür- und Zargenlösungen der Firma Schörghuber galt es diverse Anforderungen und baurechtliche Vorschriften zu erfüllen. In enger Zusammenarbeit mit den Architekten von Brückner & Brückner und der Schörghuber Handelsvertretung Feldlin & Reißer e.K. wurden die in dem Objekt verbauten Türelemente individuell bis ins kleinste Detail geplant. Verschiedene Funktionen wie Nassraumeignung, Brand-, Rauch- und Schallschutz wurden so mit einer ansprechenden Oberflächengestaltung und Zusatzausstattungen wie beispielsweise einer elektronischen Zutrittskontrolle in einem Türelement kombiniert. Eine besondere Herausforderung während der gesamten Bauphase stellte der verglaste Baukörper dar, der Alt- und Neubau des Kurhauses miteinander verbindet. Bei diesem mussten die Architekten für die Definition der Raummaße verschiedene Gefällesituationen einkalkulieren. Da sich dies als extrem anspruchsvoll und zeitaufwendig erwiesen hat, mussten wir auch bei den Türlösungen zunächst mit vorläufigen Maßangaben und Beauftragungen arbeiten. Finale Freigaben konnten erst während des laufenden Baufortschritts erfolgen, was natürlich auch auf Seiten von Schörghuber ein hohes Maß an Beratungsleistung, Flexibilität und Lieferzuverlässigkeit erforderte. Hinzu kam, dass für die Verbindung der beiden Gebäudeteile Türdurchbrüche mit einer Gesamtwandstärke von bis zu 100 cm nötig waren. Um auch in diesem Bereich die brandschutzrechtlichen Vorgaben einzuhalten, wurden unter anderem eine speziell für das Objekt angefertigte, zweiflügelige Nischentür von Schörghuber eingesetzt sowie sonderangefertigte F90 Festverglasungen, die vor die Rundbogenfenster der Fassade des alten Gebäudes gesetzt wurden. Aufgrund des sehr engen Zeitplans mussten wir die Montagekapazitäten erhöhen und während der Bauabwicklung temporär auf externe Montageteams zurückgreifen. Auch hierbei stand uns die Schörghuber Handelsvertretung Feldlin & Reißer e.K. bei der Kontaktvermittlung unterstützend zur Seite. Nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit und dem direkten und engen Austausch mit Schörghuber und den Architekten konnten wir das Bauvorhaben termingerecht und zur Zufriedenheit aller Beteiligten erfolgreich abschließen.“