Pressemitteilung – Fachtreffen gegen die Wohnungsnot

Passau, 19.02.2020 (lifePR) – Der Bayerische Ziegelindustrie-Verband (BZV) und die Bauinnung Unterer Bayerischer Wald haben in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Passau am Dienstag im Saal der Kreishandwerkerschaft in Passau ein Kommunales Wohnungsbaugespräch veranstaltet. Unter dem Motto „Bezahlbarer Wohnungsbau – nachhaltig, wohngesund und kosteneffizient“ diskutierten Konrad Poschinger, stellvertretender Obermeister der Bauinnung Unterer Bayerischer Wald, Peter Hülsen, BZV-Bereichsleiter Politik, Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper, der stellvertretende Landrat Raimund Kneidinger und Florian Erbersdobler, Geschäftsführer des Erbersdobler Ziegelwerks in Fürstenzell, mit Vertretern aus Kommunen, Politik und Wirtschaft über die Lage auf dem Wohnungsmarkt und in der Bauwirtschaft. Zusätzlich informierten Bauexperten in kurzen Vorträgen darüber, wie Kommunen günstigen Wohnraum mit hoher Qualität schaffen können.

BZV-Vertreter Hülsen nannte den politischen Einfluss auf das Bauen immens. Die Abschaffung des sozialen Wohnungsbaus 2001 und der Eigenheimzulage 2006 hätten wesentlich zur aktuellen Krise auf dem Wohnungsmarkt beigetragen. „Darum sind wir froh, dass die Staats- und die Bundesregierung mittlerweile wieder erkannt haben, dass das gesellschaftliche Megathema Bauen nur mit Unterstützung der Politik gemeistert werden kann.“ Vor allem aus dem noch jungen bayerischen Bauministerium erhoffe man sich weitere Impulse. Mehr Stabilität für die Bauwirtschaft brächten zum Beispiel steuerliche Regelungen, die den Verkauf von Baugrund für Landwirte attraktiver machen. Außerdem solle den Bauherren die Entscheidung überlassen werden, mit welchen Technologien und Baustoffen die Energieeinsparvorgaben erreicht werden. „Das würde Genehmigungsverfahren beschleunigen, das Bauen günstiger machen und damit den angespannten Wohnungsmarkt zügiger entlasten.“

Stadt und Landkreis: Mehr und kleinere Wohnungen nötig

Passaus Oberbürgermeister hat das Thema fest im Blick: „Die Stadt Passau konnte in den letzten Jahren erfreulicherweise steigende Einwohnerzahlen verzeichnen. Wir rechnen damit, dass sich dieser Trend auch die nächsten Jahre fortsetzen wird“, sagte Dupper. „Daher ist die Schaffung von Wohnraum und insbesondere von bezahlbarem Wohnraum in möglichst allen Stadtteilen auch ein kommunalpolitisches Schwerpunktthema.“ Von 2011 bis 2019 seien im Stadtgebiet bereits fast 2500 neue Wohnungen dazugekommen. Aktuell gebe es für jeden Stadtteil vernünftige Entwicklungen.

Laut stellvertretendem Landrat Raimund Kneidinger stellt der Wohnungsbau auch den ländlichen Raum vor gewaltige Aufgaben: „Wir müssen einen Strukturwandel im Angebot schaffen. Denn durch den demografischen Wandel gibt es immer mehr Ein- oder Zwei-Personenhaushalte und immer mehr alleinlebende Senioren. Darum brauchen wir mehr kleinere Wohneinheiten.“ Dem jüngsten Mikrozensus nach hätten nur rund 14 Prozent der Wohnungen im Landkreis Passau 60 bis 80 Quadratmeter Fläche. Bayernweit seien es 20 Prozent. Knapp 16 Prozent der Wohnungen im Landkreis hätten 120 bis 140 Quadratmeter, bayernweit seien es nur gut elf Prozent. Und in jeder sechsten großen Wohnung im Landkreis lebe nur eine Person. „Es besteht künftig also dringender Bedarf an kleineren Wohnungen.“

Damit dieses Ziel schnell und kostengünstig erreicht werden kann, plädierte Konrad Poschinger, stellvertretender Obermeister der Bauinnung Unterer Bayerischer Wald, für den Massivbau: „Diese bewährte Bauweise macht sich für jeden Bauherren bezahlt, weil sie kosteneffizient und wertstabil ist. Außerdem bringt sie massive Vorteile in Sachen Wohngesundheit.“ Atmungsaktivität, Klimaregulierung und Wärmespeicherung seien für diese Häuser kein Problem. Beim Thema Umweltschutz sehe die Energiebilanz schon bei der Herstellung von Mauerziegeln außerordentlich gut aus. Auch spätere Änderungen, Umbauten oder der Rückbau seien bei einem Massivbau keine Frage. „Dabei können fast alle Bestandteile wieder in den Stoffkreislauf integriert werden. Hier lohnt sich Tradition im Bauhandwerk wirklich – für Mensch, Umwelt und Geldbeutel.“

Wohnungsgenossenschaft setzt auf Ziegel

Wie kommunales Bauen konkret günstig und sozial- und umweltfreundlich gestaltet werden kann, erklärten zwei Bauexperten. Peter Bachmann, Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts, ging auf die aktuellen Marktentwicklungen ein: „Klimaschutz im Innenraum und globaler Klimaschutz sind die bestimmenden Themen der kommenden Jahre. Dazu sollten sich Hersteller, Händler, aber vor allem auch Bauunternehmen, Planer und Handwerker jetzt positionieren.“ Denn dieser Trend beeinflusse auch die Schaffung von kommunalem Wohnraum und den modernen sozialen Wohnungsbau. „Alle Bauakteure müssen sich mit konkreten Nachhaltigkeits- und Gesundheitskonzepten befassen, denn die Auftraggeber werden künftig messbare Kriterien einfordern.“

Christian Raab, geschäftsführender Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Passau, zeigte auf, wie mit Ziegelbauweise ein modernes und angenehmes, aber auch kostengünstiges Wohnen ermöglicht wird. Dabei bezog er sich auf den bereits abgeschlossenen Ersatzneubau von 35 Wohnungen an der Spitalhofstraße 17/19, auf das aktuelle Nachverdichtungsprojekt mit fünf Wohnungen an der Johann-Rieder-Straße 50 in Neustift und auf den künftigen Neubau „Living Rosenau“ mit rund 13 Wohneinheiten und einer Penthouse-Wohnung in Grubweg. Sein Fazit: „Bei den Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu unseren Projekten beziehen wir den kompletten Lebenszyklus der Immobilien mit ein, also auch die Faktoren Lebensdauer, Instandhaltung und Entsorgung. Dabei ist der Ziegelmassivbau meistens die wirtschaftlichste und behaglichste Bauweise.“

Unternehmen
Bayerischer Ziegelindustrie-Verband e.V.

Zur Pressemitteilung auf LifePR.de