Photovoltaik-Ausbau: Optimierte Chancen für Vermieter durch neue Gesetzesänderungen

Photovoltaik-Ausbau

In Zeiten steigender Energiepreise und wachsender Klimaschutzverpflichtungen bieten Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) eine attraktive Möglichkeit, sowohl Kosten zu senken als auch zur Energiewende beizutragen. Dank der jüngsten Gesetzesänderungen und dem in Kraft getretenen Solarpaket I profitieren Vermieter von höheren Vergütungen, Steuererleichterungen und weniger Bürokratie. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Neuerungen zusammen und zeigt auf, wie Vermieter davon profitieren können.

1. Steuerliche Erleichterungen für PV-Anlagen

Die steuerlichen Vorteile für PV-Anlagen haben sich erheblich verbessert:

  • Einkommenssteuerbefreiung: PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 kW sind ab 2023 von der Einkommenssteuer befreit. Diese Regelung gilt auch rückwirkend für bereits bestehende Anlagen.
  • Mehrwertsteuerbefreiung: Der Kauf von PV-Anlagen und Stromspeichern ist mehrwertsteuerfrei, solange die Anlage unter 30 kW bleibt. Dies reduziert die Anschaffungskosten und vereinfacht die Bürokratie erheblich.

2. Erhöhung der Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung wurde durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angehoben, um den Ausbau von PV-Anlagen zu fördern:

  • Gültigkeit: Die neuen Vergütungssätze gelten für PV-Anlagen, die zwischen dem 30. Juli 2022 und dem 31. Januar 2024 in Betrieb gegangen sind oder noch gehen. Diese Vergütungen sind für 20 Jahre garantiert.
  • Vergütungsmodelle: Es gibt unterschiedliche Vergütungssätze für Volleinspeiser, die den gesamten erzeugten Strom ins Netz einspeisen, und Überschusseinspeiser, die einen Teil des Stroms selbst nutzen und den Rest einspeisen. Volleinspeiser erhalten höhere Vergütungen.
LeistungVolleinspeiserÜberschusseinspeiser
≤ 10 kW13 Cent/kWh8,20 Cent/kWh
15 kW12,30 Cent/kWh7,83 Cent/kWh
20 kW11,95 Cent/kWh7,65 Cent/kWh
25 kW11,74 Cent/kWh7,54 Cent/kWh
30 kW11,60 Cent/kWh7,47 Cent/kWh

3. Wegfall der 70-Prozent-Grenze

Die bisherige Regelung, dass PV-Anlagen ihre Leistung auf 70 Prozent ihrer maximalen Kapazität beschränken mussten, wurde aufgehoben:

  • Neue Anlagen: Seit Mitte September 2022 müssen neue PV-Anlagen mit einer Leistung von unter 25 kW ihre Leistung nicht mehr künstlich beschränken.
  • Bestehende Anlagen: Ab Januar 2023 gilt dies auch für ältere Anlagen, allerdings nur bis zu einer Leistung von sieben kW.

4. Vereinfachungen durch das Solarpaket I

Das Solarpaket I, das am 16. Mai 2024 in Kraft getreten ist, reduziert die Bürokratie und erleichtert den Bau und Betrieb von PV-Anlagen:

  • Balkonkraftwerke: Die Installation von Balkonkraftwerken ist jetzt deutlich einfacher. Die Registrierung bei der Bundesnetzagentur ist vereinfacht, und die vorherige Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt.
  • Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung: Diese neue Regelung ermöglicht es Mietern in Mehrfamilienhäusern, direkt von Solarstrom auf Dächern, Garagen oder Batteriespeichern zu profitieren, ohne den Umweg über das allgemeine Stromnetz.
  • Förderung von Mieterstrom: Mieterstromprojekte erhalten nun auch auf Gewerbegebäuden und Nebenanlagen wie Garagen Unterstützung, sofern der Strom sofort verbraucht wird. Mehrere Anlagen können zusammengefasst werden, um technische Anforderungen zu reduzieren.

5. Förderung von Großanlagen und nachhaltigen Freiflächenanlagen

Das Solarpaket I bringt auch für größere PV-Anlagen und Freiflächenanlagen wichtige Änderungen:

  • Gewerbliche Dachanlagen: Die Einspeisevergütung für gewerbliche Dachanlagen wurde erhöht, und die Grenze für die Teilnahme an Ausschreibungen wurde auf 750 kW gesenkt.
  • Agri-PV und Parkplatz-PV: Die kombinierte Nutzung von Flächen für Landwirtschaft und PV-Module wird gefördert. Auch PV-Anlagen auf Parkplätzen erhalten Unterstützung.

Fazit

Die neuen Gesetzesänderungen und das Solarpaket I bieten Vermietern zahlreiche Vorteile:

  • Steuerbefreiungen senken die Kosten und den Verwaltungsaufwand.
  • Höhere Einspeisevergütungen erhöhen die Rentabilität.
  • Wegfall der 70-Prozent-Grenze steigert die Effizienz.
  • Vereinfachte Installation und Betrieb von PV-Anlagen durch weniger Bürokratie.

Diese Maßnahmen machen PV-Anlagen attraktiver und unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien, was sowohl ökonomisch als auch ökologisch von großem Vorteil ist. Vermieter sollten diese Chancen nutzen, um von den verbesserten Rahmenbedingungen zu profitieren.

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