Modernisierung von Dachfenstern: Vorteile, Unterschiede und weitere Tipps

Dachfenster

Energieeffiziente Sanierungen können nicht nur bares Geld sparen, Jahr für Jahr aufs Neue, sondern auch den Wohnkomfort merklich erhöhen. Das gilt umso mehr im Erdgeschoss ebenso wie in Dachräumen. Letztere sind besonders anfällig für Temperaturschwankungen, sowohl im Winter als auch im Sommer. Eine Modernisierung steigert zudem noch die Wohnqualität: In ländlichen ebenso wie städtischen Gebieten.

Wann ist es Zeit für neue Dachfenster?

Offensichtlich dann, wenn die aktuell vorhandenen Fenster bereits sichtbare Schäden aufweisen. Zu diesen kann es vor allem in älteren Bestandsbauten kommen, schließlich sind Fenster quasi immer der Witterung ausgesetzt und werden, je nachdem wie intensiv das Dachgeschoss genutzt wird, auch noch regelmäßig geöffnet. Ob die Dachräume dabei als Arbeits-, Schlaf- oder sogar getrenntes Wohnzimmer dienen, ist dabei zunächst unerheblich.





Abseits von bereits sichtbar beschädigten Fenstern, können Dachfenster aber auch ersetzt werden, wenn sie zwar noch gut aussehen aber ihre Funktion nicht mehr einwandfrei erfüllen. Undichte und zugige Fenster führen speziell im Herbst und Winter zu erheblichen Wärmeverlusten, in der Folge muss mehr geheizt werden, was wiederum die Energiekosten treibt. Sind die Fenster zwar dicht, aber lassen sich nur schwer, laut oder gar nicht öffnen, ist ebenfalls Hand anzulegen. Neben dem eigentlichen Fenster und Fensterrahmen, lässt sich damit zugleich die Verglasung modernisieren: In städtischen Regionen oder an belebten Straßen reduziert sich damit der Geräuschpegel bei geschlossenen Fenstern.

Zu bedenken ist außerdem: Während neue Fenster das Wohnklima quasi immer verbessern, ist genau dieser Effekt oftmals stärker als bei Fassadenfenstern. Das liegt schlicht daran, dass die Dachfenster der Witterung und dem Klima stärker ausgesetzt sind.

Diese Optimierungspotenziale lassen sich durch neue Dachfenster freilegen

Der wichtigste Punkt ist in den meisten Fällen die Energieeffizienz. Lassen neue, moderne Fenster weniger Kälte in den Raum und halten Heizwärme zugleich besser in Innenräumen, muss in der Summe weniger geheizt werden – was wiederum Geld spart. Reduziert sich die Zugluft, entstehen zudem weniger kalte Bereiche im Dachgeschoss, wodurch sich die gefühlte Wärme im Raum verbessert.

Moderne Lösungen reduzieren zudem den Kraftaufwand, der beim Schließen oder Öffnen der Fenster notwendig ist. Damit reduziert sich automatisch auch die Lautstärke. Das könnte in älteren und hellhörigen Immobilien einen nicht unwesentlichen Unterschied ausmachen. Sensoren könnten eine attraktive Ergänzung sein, sofern die Immobilie mit Smart Home Installationen etwas automatisierter und „smarter“ werden soll.

Qualitativ hochwertige Fenster steigern zudem nicht nur die gefühlte, sondern auch die tatsächliche Sicherheit. ESG- und VSG-Glas hat eine verbesserte Bruchsicherheit, auch Kindersicherungen durch spezielle Griffmechaniken könnten in Haushalten mit kleinen Kindern eine Überlegung wert sein. Einbrüche finden zwar normalerweise nicht über das Dach statt, trotzdem lässt sich durch neue Fenster damit mindestens eine potenzielle Sicherheitsschwachstelle eliminieren.

Mit speziellen Beschichtungen ausgestattet, könnten neue Dachfenster im Sommer für angenehmere Innentemperaturen sorgen. Das gewinnt in Immobilien an Bedeutung, wo keine Kühlsysteme in Form von Wärmepumpen oder Klimaanlagen vorhanden sind. Ebenso an Dachflächen, bei denen die Fenster in Richtung Süden oder Westen ausgerichtet sind.

Oftmals unterschätzt wird der Lichteinfall, ebenso wie die bereits erwähnte Reduzierung des Geräuschpegels. Speziell der verbesserte Lichteinfall resultiert aus den heute gängigen Bauweisen. Die Glasflächen selbst fallen oftmals etwas größer aus, obwohl das Baumaß selbst identisch bleibt. Dadurch gelangt mehr Licht in Dachräume, was je nach Anzahl der Fenster möglicherweise eine erhebliche Verbesserung der Atmosphäre mit sich bringt.

Arten von Dachfenstern: Zwischen welchen können Eigentümer wählen?

Dachfenster lassen sich, ebenso wie andere Fenstervarianten, zweierlei unterscheiden: Einmal hinsichtlich der Bauweise, andererseits auch noch im Hinblick auf das verwendete Material.

Was die Bauweise anbelangt, sollten die neuen Fenster natürlich zur Dachform passen. Am häufigsten werden in Dächern, was der in Deutschland weitverbreiteten Spitzdachform geschuldet ist, Schwingdächer eingebaut. Die funktionieren im Prinzip immer gleich: Das Fenster schwingt nach außen auf. An welcher Stelle es schwingt, ist davon abhängig, wo sich die Drehachse befindet. Klassisch ist die mittig platziert, es gibt aber auch Fenster mit einer weiter oben positionierten Drehachse. Hoch-Schwing-Fenster werden oft präferiert, da sie eine verbesserte Stehhöhe haben.

Panoramafenster sind eher selten und wenn dann meist in Architektenhäusern oder Neubauten zu finden. Diese eignen sich zudem nicht für einen „einfachen“ Austausch. Sofern aktuell kein Panoramafenster existiert, müssten erst Umbaumaßnahmen stattfinden, um später eines einzusetzen. Ihr Vorteil liegt einerseits in der Ästhetik, da sie sehr luxuriös und modern wirken, andererseits in der „Lichtausbeute“. Durch ihre Größe und die großzügige Glasfläche lassen sie schlicht mehr Tageslicht in den Raum.

Dachbalkon-Fenster sind so beschaffen, dass sich das Fenster quasi kurzerhand zum Mini-Balkon transformieren lässt. Auch diese Fenster sind aber keinesfalls gängiger Standard, sondern in der Praxis eher selten. Sofern die Immobilie einen sehr geringen Neigungswinkel hat, kommen zudem noch Lichtkuppeln und Flachdachfenster in Frage.

Aus welchen Materialien werden Dachfenster hergestellt?

Aus denselben Materialien, wie andere Fenster ebenso. Es gibt also keine speziellen Materialien, die nur bei Dach- aber niemals bei Fassadenfenstern genutzt werden würden. Aus diesem Grund liegt nahe, dass das Material entsprechend den schon vorhandenen Fenstern gewählt wird, damit so kein harter optischer Bruch entsteht.

Zur Auswahl, was die Materialien anbelangt, stehen:

– Holzfenster: Sie wirken natürlich, sind robust, strahlen Wärme aus und haben sehr gute Dämmwerte. Etwas Pflege und Wartung benötigt das natürliche Material aber zwangsläufig.

– Kunststofffenster: Sie bestechen meist mit ihrem überschaubaren Preis, sind sehr robust und in vielen Farben erhältlich. Da sie Feuchtigkeit und Co. einfach abperlen lassen, könnten sie zum Beispiel auch nur in kleinen Kochnischen oder dem Dach-Badezimmer genutzt werden.

– Aluminiumfenster: Aluminium wird in Privaträumen eher selten genutzt und wenn dann eher in Kombination mit Holz. Aluminiumfenster sind relativ teuer und haben einen eher futuristischen beziehungsweise „kalten“ Look. Dieses Material ist dafür aber auch ausgesprochen langlebig.

Da stellt sich zeitgleich noch die Frage: Wohin dann mit den alten Fenstern? Ein Austausch allein verbessert natürlich die Energieeffizienz, speziell der Nachhaltigkeitsfaktor lässt sich aber noch steigern, indem die alten Fenster und Fensterrahmen auch adäquat entsorgt werden. Kunststoff- und Alu-Rahmen sollten recycelt werden, damit diese Materialien wieder in den Wertstoffkreislauf zurückkehren. Alte Holzfenster könnten hingegen noch als Energielieferant dienen.

Energieeffizienz: Woran erkannt man besonders energieeffiziente Fenster?

Eine allgemeine Faustregel: Der U-Wert sollte besonders niedrig sein. Je niedriger er ist, desto besser sind die Dämmeigenschaften des Fensters. Eine dreifache Verglasung hat außerdem, wenig überraschend, eine bessere Energieeffizienz gegenüber der Zweifach-Verglasung. Spezielle Beschichtungen, zum Beispiel Low-E, Anti-Tau oder für zusätzlichen Sonnenschutz, können die Energieeffizienz ebenso wie das Wohnklima verbessern.

Gibt es für den Austausch finanzielle Unterstützung?

Eine Modernisierung der Fenster wird unter bestimmten Voraussetzungen vom Gesetzgeber bezuschusst. Anlaufpunkt hierfür sind die Energieeffizienzprogramme der KfW beziehungsweise der BEG. Dabei fördert der Staat aber natürlich nicht jeden beliebigen Austausch: Die neuen Dachfenster müssen schon nachweislich zu einer höheren Energieeffizienz führen. Außerdem gilt: Der Antrag auf Fördermittel wird immer vor dem eigentlichen Austausch gestellt.

Ebenfalls zu bedenken: Unter bestimmten Voraussetzungen und in bestimmten Immobilien gelten Dachfenster als potenzielle Rettungswege. Hier ist im Zweifelsfall das zuständige Bauamt zu kontaktieren. Selbiges gilt für Immobilien die unter Denkmalschutz stehen. Auch dort gibt es verschiedene Auflagen.

Mehr zur regelmäßigen Pflege und Wartung

Fenster sollten regelmäßig gereinigt und vom Fachmann gewartet werden. Auch die Dichtungen sollten wenigstens ein- oder zweimal im Jahr geprüft und mit Pflegemitteln behandelt werden. Sind sie porös, gehören sie zwangsläufig ersetzt. Scharniere und Beschläge müssen bei Bedarf neu geschmiert werden. All das kommt letztlich auch der zu erwartenden Lebensdauer der Fenster zu Gute.

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