Teppich statt Fliesen oder Laminat – Erleichterung für Allergiker

Der Teppich kehrt zurück und bringt zahlreiche Vorteile mit sich

Ob Mietwohnung oder eigene Immobilie, ob Neubau, Sanierung oder Renovierung, die Frage nach dem passenden Bodenbelag stellt sich in jedem Raum. Große Trends bei den Bodenbelägen sind Fliesen in verschiedenen Ausführungen, Holzdielen oder Laminat. Und auch der Teppich ist dabei, sich einen der vorderen Plätze zurückzuerobern! Als Bodenbelag ist er wandelbar, verleiht ein angenehmes Laufgefühl und Gemütlichkeit und verhindert, dass man versehentlich die Nachbarn durch Lärm belästigt. Was viele Menschen nicht wissen: Er ist sogar im Kampf gegen belastende Allergien eine echte Hilfe. Doch beginnen wir von vorn…

Teppiche – eine lange Geschichte

Teppiche begleiten die Menschen schon seit Urzeiten, seien sie nun geknüpft oder gewebt und aus Wolle oder Garnen gefertigt. Ein Teppich kann ein kleines Kunstwerk sein, das ein ausgefeiltes Muster aufweist und ist immer ein Spiegel seiner Umgebung und deren vorhandenen Materialien gewesen. Vor allem verleiht ein Teppich Gemütlichkeit und ein besonderes Flair, er macht eine Umgebung wohnlich und sorgt für Exklusivität. Nicht umsonst heißt es, man rollt jemandem den roten Teppich aus!
Teppiche waren auch in deutschen Wohn- und Schlafzimmern der gängige Bodenbelag, sind aber durch andere Varianten abgelöst bzw. ergänzt worden. Und das ist ganz großartig, denn so kann jeder den perfekten Bodenbelag für seine Bedürfnisse und seinen Wohnstil finden. Doch gerade im Kinderzimmer als Unterlage zum gemütlichen und geschützten Spielen und im Schlafzimmer kann ein Teppich seine Vorzüge ausspielen. Wärme, Schutz, optische Vorzüge…
Doch natürlich gibt es auch Nachteile bei einem Teppich als Bodenbelag, die wir nicht verschweigen wollen.

Vor- und Nachteile abwägen

Teppiche machen einen Raum gemütlich und warm, sind angenehm unter den Füßen und dämmen Schall. Sie verringern die Gefahr von Unfällen im Haushalt, da man auf ihnen weniger oft ausrutscht. Teppiche sind eine preisgünstige Alternative zu anderen Bodenbelägen.
Allerdings sind Teppiche auch empfindlich gegenüber Flecken. Rotwein auf einem hellen Hochflorteppich wird Spuren hinterlassen, so viel Salz man auch immer darüber schüttet. Dafür kann ein Teppich auch deutlich leichter ausgetauscht werden als ein anderer Bodenbelag. So lässt sich auch besonders leicht eine optische Veränderung erzielen, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen.
Einer der wichtigsten Vorteile von Teppich gewinnt an Aufmerksamkeit, und das ist seine Wirkung in einem Haushalt von Allergikern. Das gilt vor allem für Personen, die unter einer lästigen Hausstauballergie leiden.

Käfer

Verbreitetes Leiden Hausstauballergie

Zahlreiche Menschen sind von einer Hausstauballergie betroffen, in den Industrieländern ist es jeder Vierte, Tendenz steigend. Während eine Pollenallergie schon recht lästig sein kann, lässt sie den Betroffenen doch wenigstens zu bestimmten Zeiten des Jahres Ruhe. Hausstaub hingegen ist immer in unserer Umgebung, es gibt kein Entkommen.
Die Allergie entsteht durch eine Überempfindlichkeit gegen Hausstaubmilben, genauer gesagt gegen deren Ausscheidungen. Die Milben lieben dunkle und feuchte Lebensräume, die sie unter anderem in unseren Matratzen vorfinden, wo sie sich zudem von unseren abgestorbenen Hautschuppen ernähren. Vom Schlafzimmer aus verbreiten sie sich in der ganzen Wohnung und sind überall dort, wo sich Staub ablagert. Im Staub zerfallen ihre Ausscheidungen und setzen dabei bestimmte Proteine frei, und genau die sind es, die den allergischen Schnupfen auslösen. Besonders schlimm ist das im Winter, wenn durch die warme Luft der Heizung die Milben schneller sterben und sich zersetzen.
Durch das Aufwirbeln des Staubs, in dem sich die Proteine befinden, gelangen diese in die Atemwege. Leider sind sie so leicht und klein, dass sie bei den

kleinsten Bewegungen durch die Luft geschleudert werden. Und genau an diesem Punkt kann ein Teppich helfen!

So helfen Teppiche gegen Milbenkot

Teppiche sind nicht: beliebte Wohnorte für Hausstaubmilben, die wie gesagt eine eher feuchte Umgebung bevorzugen. Dafür binden die textilen Bodenbeläge den Staub effektiv, sodass er leicht entfernt werden kann. Dafür eignen sich am besten kurzflorige Teppiche, die leicht gereinigt werden können. An ihnen bleiben Staub und Milbenkot hängen, anstatt wie bei einem glatten Boden immer wieder aufzuwirbeln. Ein Teppich kann den Feinstaubgehalt in der Luft um bis zu 50 % reduzieren. Sein Ruf als Staubfänger ist also gar nicht so schlecht, wenn man es genau bedenkt. Denn er tut empfindlichen Personen einen großen Gefallen mit diesem Einfangen von Staubpartikeln.

Staubsaugt man nun regelmäßig, am besten täglich mit einem Staubsauger, der über einen guten Filter verfügt, wird die häusliche Belastung durch Milbenkot deutlich verringert. Das Leiden kann gemildert werden.

Fazit:

Teppiche sind aus deutschen Haushalten nicht wegzudenken, seien es solche mit festen Maßen oder Auslegware, die den ganzen Boden eines Raumes bedeckt. Früher war Teppich die meistgenutzte Variante bei den Bodenbelägen, weil es keine große Auswahl gab, heute wird er hingegen ganz bewusst als gestalterisches Element eingesetzt. Einerseits verleiht er dem Raum eine bestimmte Atmosphäre, andererseits unterstützt er die Wohnlichkeit. Dass sich auch die lästigen Auswirkungen einer Allergie dadurch mildern lassen, kann jeder im Selbstversuch feststellen. Am besten beginnt man mit einem Teppich im Schlafzimmer, dem ersten und beliebtesten Wohnort der kleinen Milben.

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