Schimmel in Mietwohnungen: Ursachen und Lösungen

Schimmel

Schimmel in Mietobjekten ist ein häufiges Problem, das sowohl Mieter als auch Vermieter betrifft. Schimmelbildung kann gesundheitliche Risiken bergen und das Wohnklima erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Schimmel, die Verantwortlichkeiten von Mietern und Vermietern und gibt praktische Tipps zur Prävention und Beseitigung von Schimmel.

Ursachen von Schimmel

Unzureichend abtransportierte Feuchtigkeit verursacht Schimmelbildung. Die häufigsten Ursachen sind:

  1. Ungenügende Belüftung: In schlecht belüfteten Räumen sammelt sich Feuchtigkeit an Wänden und Decken, was Schimmelbildung begünstigt.
  2. Baufehler: Schäden in der Außendämmung, falsche Verarbeitung von Baumaterialien oder undichte Stellen können das Eindringen von Feuchtigkeit begünstigen.
  3. Falsches Heizverhalten: Unregelmäßiges Heizen führt zu Temperaturunterschieden, die Kondensation und somit Schimmelbildung verursachen.
  4. Wasserschäden: Rohrbrüche oder Überschwemmungen hinterlassen Feuchtigkeit, die zur Schimmelbildung führen kann.
  5. Hohe Raumfeuchtigkeit: Eine hohe Raumfeuchtigkeit entsteht oft durch falsches Lüften und Heizen der Bewohner.

Verantwortlichkeiten von Mietern und Vermietern

Beide Parteien haben Pflichten und Verantwortlichkeiten, um Schimmel zu vermeiden und zu beseitigen.

Pflichten des Mieters:

  • Regelmäßiges Lüften: Tägliches Stoßlüften für mindestens 10 Minuten ist notwendig, um Feuchtigkeit aus der Wohnung zu entfernen.
  • Richtiges Heizen: Kontinuierliches Heizen hilft, eine gleichmäßige Temperatur zu halten und Kondensation zu verhindern.
  • Sorgfalt im Umgang mit Feuchtigkeit: Nach dem Duschen oder Kochen sollten Bewohner die Feuchtigkeit durch Lüften abführen und nasse Wäsche außerhalb der Wohnung trocknen.

Pflichten des Vermieters:

  • Instandhaltung der Immobilie: Der Vermieter muss sicherstellen, dass die Bausubstanz in gutem Zustand ist, insbesondere Dächer, Fenster und Wände.
  • Behebung von Mängeln: Undichte Stellen und bauliche Mängel müssen schnell behoben werden, um Schimmelbildung zu verhindern.
  • Aufklärungspflicht: Vermieter sollten ihre Mieter über richtiges Heizen und Lüften informieren, da dieses Wissen nicht vorausgesetzt werden kann (vgl. Urteile des LG Berlin vom 19.03.1991, Az. 65 S 221/90 und vom 09.08.1999, Az. 61 S 510/98).

Wer trägt die Kosten der Schimmelsanierung?

Die Kostenübernahme für die Schimmelsanierung hängt von der Ursache des Schimmelbefalls ab:

  • Vermieter: Trägt die Kosten, wenn die Ursache in baulichen Mängeln, feuchten Baumaterialien oder Wärmebrücken liegt.
  • Mieter: Mieter tragen die Verantwortung für die Kosten, wenn der Schimmel aufgrund falschen Lüftens und Heizens entstanden ist.
  • Schadensersatz durch Mieter: Wenn der Mieter einen Schimmelbefall nicht rechtzeitig meldet und dadurch der Schaden größer wird, könnte er zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet werden.

In Streitfällen über die Ursache des Schimmelbefalls entscheidet oft ein gerichtlich beauftragter Sachverständiger. Der Vermieter trägt die Beweislast und muss im Zweifelsfall ein privates Gutachten beauftragen.

Prävention und Beseitigung von Schimmel

Prävention:

  1. Regelmäßige Wartung: Inspektionen und Wartungen durch Fachleute können frühzeitig auf potentielle Probleme hinweisen.
  2. Bautrockner: In feuchtigkeitsanfälligen Bereichen können Bautrockner helfen, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.
  3. Antischimmel-Farben und -Beschichtungen: Diese Spezialprodukte können in feuchtigkeitsanfälligen Räumen präventiv eingesetzt werden.

Beseitigung:

  1. Sofortige Maßnahmen: Bei ersten Anzeichen von Schimmel sollten betroffene Bereiche umgehend gereinigt und desinfiziert werden.
  2. Fachgerechte Sanierung: Bei großflächigem Schimmelbefall ist die Hinzuziehung eines Fachmanns ratsam, der die Ursache ermittelt und den Schimmel professionell entfernt.
  3. Erneuerung betroffener Materialien: Stark befallene Materialien wie Tapeten, Putz oder sogar ganze Wandbereiche müssen eventuell ausgetauscht werden.

Kosten für Schimmelsanierung absetzen

Die Kosten für eine Schimmelsanierung können als Werbungskosten in der Steuererklärung abgesetzt werden, sofern es sich nicht um einen oberflächlichen Schimmelbefall handelt, der selbst entfernt werden kann. Die Kosten für Gutachter, Anwälte und Gerichtsverfahren sowie für Lüftungssysteme und Fassadenputz spielen ebenfalls eine Rolle. Werden die Arbeiten innerhalb der ersten drei Jahre nach Erwerb der Immobilie durchgeführt und übersteigen 15 Prozent der Anschaffungskosten, werden die Kosten als anschaffungsnahe Herstellungskosten über die folgenden Jahre abgeschrieben.

Kredite & Fördermittel für die Schimmelsanierung

Banken, Staat und Gemeinden bieten günstige Sanierungs- und Modernisierungskredite sowie Fördermittel an, insbesondere wenn im Rahmen der Schimmelsanierung auch Modernisierungen wie eine neue Wärmedämmung durchgeführt werden. Bei Modernisierungen ist zu beachten, dass Mieterhöhungen nach Modernisierungen nur zulässig sind, wenn sie mindestens drei Monate vorher angekündigt wurden.

Fazit

Schimmel in Mietobjekten ist ein ernstzunehmendes Problem, das durch die Zusammenarbeit von Mietern und Vermietern vermieden oder schnell behoben werden kann. Regelmäßige Wartung, richtiges Heiz- und Lüftungsverhalten und die schnelle Beseitigung von Feuchtigkeit sind entscheidend, um ein gesundes und angenehmes Wohnklima zu gewährleisten. Mieter und Vermieter sollten sich ihrer jeweiligen Pflichten bewusst sein und gemeinsam an der Prävention und Beseitigung von Schimmel arbeiten.

Folgen uns auf den Social-Media-Kanälen
Trete unserer Community bei

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert