Erneuerung der Heizanlage – was kosten die verschiedenen Systeme?

Heizung ist ein großes Thema, mit dem sich nicht nur die Besitzer von Immobilien befassen. Auch in der Politik sind Heizsysteme längst ein wichtiges Thema, gerade auch im Bezug der Klimaneutralität. Hier geht es darum, dass Ölheizungen nach und nach verschwinden sollen, und mehr Nachhaltigkeit bei der Erzeugung von Wärme in Zukunft eine Rolle spielen wird. Doch welche Möglichkeiten hat man, wenn man einen Neubau mit einer Heizanlage ausstatten möchte oder eine veraltete Anlage ersetzen will. Was kosten diese unterschiedlichen Systeme und mit welchen Heizkosten muss man rechnen?

Wann muss die Heizung eigentlich erneuert werden?

Möglichst nachhaltig und preiswert heizen können und die Umwelt schonen? Dies ist der Wunsch vieler Immobilienbesitzer und natürlich auch der Politiker, die den Verbrauchern den Schutz der Umwelt nahelegen möchten. Doch nicht nur das, denn nach und nach werden Ölheizungen gänzlich abgeschafft, beziehungsweise dürfen in einem Neubau gar nicht mehr installiert werden.



Zur Erneuerung werden Hausbesitzer nun auch gesetzlich verpflichtet, wenn die Heizanlage bereits seit mehr als 30 Jahren in Betrieb ist. Wer dieser Regelung aus dem Gebäudeenergiegesetzt nicht nachkommt und eine veraltete Heizanlage weiterhin betreibt, muss sogar mit empfindlichen Strafen rechnen.

Doch nicht nur aus gesetzlichen Gründen sollte man hin und wieder über einen Austausch der Heizanlage nachdenken, denn veraltete Anlagen verbrauchen nicht nur viele wertvolle Ressourcen, die es zu schützen gilt, sie gehen auch ins Geld. Es sollte also im Interesse des Hauseigentümers selbst liegen, einen Austausch von defekten oder zu alten Heizanlagen vornehmen zu lassen und in Zukunft Ressourcen und nicht zuletzt bares Geld einzusparen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Wer eine neue Wärmequelle für sein Objekt sucht, kommt um erneuerbare Quellen also nicht herum. Da das neue Heizungsgesetz vorgibt, dass in Zukunft 65 % aller Heizanlagen durch erneuerbare Quellen betrieben werden müssen, ist es also nur sinnvoll, dass Hauseigentümer sich mit klimafreundlichen Anlagen auseinandersetzen.

In Neubauten gilt bereits jetzt, dass ausschließlich Wärmequellen mit erneuerbaren Energien verbaut werden, während in Bestandsimmobilien noch bis 2028 Gas- oder Ölheizungen eingebaut werden können. Doch dies gilt auch nur in einigen Gemeinden. Informationen hierzu können Eigentümer bei den zuständigen Ämtern erhalten. Welche Alternativen bleiben also?

Wärmepumpe
Diese Art der Heizanlage soll zukünftig in den meisten Immobilien eingebracht werden, denn sie arbeitet nicht nur fünf mal effizienter als eine klassische Heizanlage, sondern schont auch die Umwelt, indem sie mit Umweltwärme aus Wasser, Luft oder Erde heizt. Ein in der Pumpe befindliches Kältemittel wird mithilfe einer Wärmequelle zirkuliert, sodass der Quelle Wärme entzogen wird. Diese Wärme wird durch den Einsatz von Strom verdichtet und an die Heizsysteme abgegeben.

Das klimafreundliche System kommt somit komplett ohne Brennstoffe aus und kann als besonders nachhaltig betrachtet werden, schlägt in der Anschaffung aber auch mit einer hohen Summe zu Buche. Die Kosten für die Wärmepumpe hängt vom Betriebssystem ab. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet etwa 27.000 bis 40.000 Euro, während die Sole-Wasser-Wasser Wärmepumpe mit etwa 40.000 bis 50.000 Euro zu Buche schlägt. Allerdings werden beide Arten der Wärmepumpe von der Regierung mit 70% gefördert.

Brennstoffzellenheizung
Auch die Brennstoffzellenheizung erzeugt Wärme nicht durch Verbrennung, sondern durch einen chemischen Prozess. Die Brennstoffzellenheizung arbeitet ebenfalls effizient mit Strom und kann somit auch als nachhaltig betitelt werden. Die Kosten für den Einbau einer solchen Heizanlage, die zwingend einen Gasanschluss erfordert, belaufen sich auf bis zu 35.000 Euro. Auch hier kann eine Förderung von bis zu 70% erhalten werden.

Pelletheizung
Tatsächlich wird die Wärmeerzeugung mit Holz nach wie vor als nachhaltig betrachtet. Besonders in alten Immobilien ist sie eine gute Alternative zur Ölheizung, wenn eine Wärmepumpe nicht in Frage kommt. Doch der Einbau der Pelletheizung kann bis zu 50.000 Euro betragen, wird aber mit maximal 70% Förderung subventioniert.

Gasheizung
Grundsätzlich ist es nicht verboten, eine Gasheizung einzubauen. Doch mit einer finanziellen Förderung kann man hier nicht mehr rechnen. Die fossile Brennquelle kostet heute noch zwischen 12.000 und 16.000 Euro. Aufgrund der Situation in den vergangenen Jahren wurde der Betrieb von Gasheizungen jedoch als unsicher eingestuft, da die Versorgung mit diesem Brennstoff nicht immer gegeben sein könnte.

Gasheizung mit Solar
Wer sich nicht völlig auf die Gasheizung verlassen möchte, kann sie auch mit Solarenergie unterstützen. Das geht aber nur, wenn ausreichend Platz für das Solarpanel und einen Wasserspeicher gegeben sind. Die Kosten für die Kombination aus zwei Systemen betragen rund 21.000 Euro, wobei es eine Förderung für die Anbringung der Solaranlage geben kann.

Ölheizung
Wer noch die Möglichkeit hat, eine Ölheizung einbauen zu lassen, muss mit Kosten in Höhe von 12.000 bis 16.000 Euro rechnen. Natürlich wird diese Heizquelle nicht mehr staatlich gefördert.

Was kostet die neue Heizung?

Nicht nur der Anschaffungspreis, auch die Wirtschaftlichkeit der Heizanlage spielen eine große Rolle. Es lässt sich sagen, dass bei einem durchschnittlichen Wärmebedarf von rund 25.000 kWh für ein Einfamilienhaus, eine Wärmepumpe nach aktuellen Standards und Preisen die besten Werte erzielen konnte. Bis zu 2000 Euro muss man jährlich für den Betrieb der Wärmepumpe ausgeben, während die Brennstoffzellenheizung bei gleichem Verbrauch bis zu 3000 Euro Betriebskosten mit sich bringt. Auch die Pelletheizung muss betrieben werden, sodass man mit etwa 2000 Euro für ein warmes Zuhause rechnen muss.

Wartung mit einkalkulieren
Nicht nur die Heizkosten, auch weitere Kosten müssen bedacht werden. Doch auch hier kann die Wärmepumpe überzeugen, denn die jährliche Wartung, die man nicht verpassen sollte, kostet im Schnitt um die 220 Euro. Die Wartung einer Brennstoffzellenheizung kann bis zu 700 Euro im Jahr betragen. Bei der Pellettheizung kommen neben den Kosten für die Wartung, die mit circa 400 Euro zu berechnen sind, noch Kosten für den Schornsteinfeger oben drauf, inklusive Prüfung des Abgassystems sind das noch einmal etwa 500 Euro.

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