Rückgabe der gemieteten Wohnung: Tipps für eine reibungslose Übergabe

Die Rückgabe einer gemieteten Wohnung besteht nicht allein in der Schlüsselübergabe. Auch eine Reihe anderer Dinge müssen in dem Zusammenhang erledigt und beachtet werden. Ein gut organisiertes Übergabetreffen spart nachträglichen Stress und gewährleistet, dass schnell neue Mieter einziehen können. Diese Tipps garantieren Dir einen reibungslosen Ablauf.

Wenn die Rückgabe der Wohnung ansteht

Im Vorfeld der Wohnungsübergabe sollten zunächst die gängigen Kündigungsfristen beachtet werden. Darüber hinaus sollten beide Seiten den Mietvertrag zur Hand nehmen. Darin ist näher geregelt, in welchem Umfang vor der Rückgabe Renovierungsarbeiten notwendig sind. Der Mieter muss nicht nur die Wohnung räumen, entrümpeln und reinigen. Er muss sich um die näher geregelten Renovierungen kümmern. Typischerweise zählen dazu das Streichen der Wände und kleinere „Schönheitsreparaturen“. Die Räumung und entsprechende Arbeiten müssen vor dem Übergabetreffen erledigt werden.



So klappt es mit der Terminplanung:
– Rückgabe kurz vor dem Auszug der Mieter unter Berücksichtigung von Fristen
– an einem Tag, an dem Mieter und Vermieter Zeit haben und bei Bedarf ein Zeuge
– Treffen zu einer Tageszeit mit guten Lichtverhältnissen planen
– genug Zeit vor Neuvermietung für gründliche Reinigung einplanen

Lohnt sich eine Vorabnahme?

Der Zeitplan ist eng gestrickt, es gibt offene Fragen oder der nächste Mieter zieht kurze Zeit später ein? In dem Fall kann eine Vorabnahme sinnvoll sein. Ein solches Treffen kann dazu dienen, den Bedarf an Reparaturen genauer auszuloten. Dann hat der Mieter Zeit, sich um die notwendigen Dinge zu kümmern. Grundsätzlich darfst Du den Mieter lediglich zu solchen Ausbesserungen verpflichten, die im Mietvertrag vereinbart wurden oder die üblichen Schönheitsreparaturen betreffen. Eine Reparatur von Schäden, die durch den Vormieter verursacht wurden, ist nicht notwendig.

Um etwaige Schäden zuordnen zu können, solltest Du das alte Übergabeprotokoll vom Einzug mitbringen. Bei der Vorabnahme kannst Du den Mieter informieren, so dass ihr beide auf dem gleichen Wissensstand seid. Bei der eigentlichen Übergabe sollten die notwendigen Arbeiten erfolgreich erledigt sein. Im Idealfall musst Du selbst nicht viel renovieren, bevor die nächsten Mieter einziehen können. Falls der Mieter seinen Pflichten nicht nachgekommen ist, kannst Du unter Umständen die Kosten für Reparaturen mit einem Teil der Mietkaution verrechnen. Normale Abnutzungen muss der Mieter nicht ersetzen. Einen abgelaufenen Fußboden musst Du als Mieter selbst ersetzen.

Das Treffen für die Wohnungsrückgabe gestalten

Eine erfolgreiche Rückgabe zeichnet sich dadurch aus, dass Du Dir Zeit nimmst und in angenehmer Atmosphäre alle Fragen klärst. Auf diese Weise vermeidest Du offene Fragen, die nachträglich Zeit in Anspruch nehmen. Auf der anderen Seite übersiehst Du keine wichtigen Schäden, die anschließend Dir zulasten fallen.

Diese Dinge solltest Du mitbringen:
– das Übergabeprotokoll vom Einzug
– ein neues Übergabeprotokoll zur Rückgabe
– eine Kamera oder ein Smartphone
– in strittigen Fällen einen Zeugen

Bei der Übergabe gehst Du zusammen mit dem Mieter langsam durch jeden Raum und nimmst die Wohnung komplett und gründlich in Augenschein. Auffallende Schäden müssen dokumentiert werden. Sofern es sich nicht um normalen Verschleiß oder einen alten Schaden handelt, solltest Du dies festhalten. Zum Treffen bringst Du zum einen das alte Übergabeprotokoll zum Abgleich mit. Zum anderen kommt jetzt ein neues Protokoll zum Einsatz, in dem unsachgemäße Schäden oder fehlende Schönheitsreparaturen festgehalten werden. Falls Dir solche auffallen, solltest diese zur Sicherheit kurz fotografieren. Mit einem Smartphone ist dies schnell erledigt.

Das Übergabeprotokoll bei der Wohnungsrückgabe

Geräumt und gereinigt muss die Wohnung sein. Allerdings genügt der Mieter mit einer Besenreinigung seinen gesetzlichen Pflichten. Dinge wie den Ersatz eines genutzten Laminatbodens oder Parketts kannst Du nicht verlangen. Andererseits sollte sich in den Räumen kein Sperrmüll oder Möbel finden, dass Du dem Mieter nicht mitvermietet hast. Halte unerledigte Pflichten des Mieters, offene Rechnungen und ähnliche Dinge im Protokoll fest. Suche den Stromzähler und den Wasserzähler auf und halte den jeweiligen Stand fest. Lass Dir abschließend Wohnungsschlüssel, Briefkastenschlüssel sowie etwaige Schlüssel für den Keller, Dachböden oder eine Garage übergeben. Halte die übergebenen Schlüssel im Protokoll fest.

Das Übergabeprotokoll muss der Mieter nicht unterschreiben. Es dient auch ohne Überschrift als Dokument. Wenn alle Beanstandungen darin festgehalten wurden, ist der erste Schritt erledigt. Als zweites solltest Du den Mieter über den zeitlichen Ablauf der Dinge informieren, die noch ausstehen.

Den Mieter über den weiteren Ablauf Informieren

Den Abschluss bildet ein Informationsgespräch. Falls es nichts zu beanstanden gibt, kannst Du die Kaution schnell rückerstatten. Es sind noch solche Nachbesserungen in der Wohnung notwendig, für die der Mieter aufkommen müsste? In dem Fall kannst Du zur Gegenfinanzierung einen Teil der Mietkaution einbehalten. Allerdings müssen die Nachbesserungen und eine Verrechnung innerhalb von spätestens sechs Monaten erledigt sein. Länger darfst Du Kautionszahlungen des Mieters nach der Beendigung des Mietverhältnisses nicht einbehalten.

Du hast eine Rückgabe hinter Dir und fragst Dich, ob eine bestimmte Reparatur vom Vermieter gezahlt oder vom Mieter übernommen werden muss. In Fällen wie diesen empfiehlt sich eine persönliche Beratung beim ausgewiesenen Mietrechtsexperten oder einem Fachanwalt.

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