In vielen Gebieten Deutschlands sind die Mieten in den vergangenen Jahren rasant angestiegen. Das Wohnen im Stadtzentrum können sich viele Menschen schon längst nicht mehr leisten und selbst in den Randgebieten wird es teurer. Die Mietpreisbremse hat nicht unbedingt den gewünschten Effekt gehabt. Wie soll diese Situation weitergehen? Wird sich der Mietspiegel auf Dauer erholen oder ist eher damit zu rechnen, dass sich der Effekt noch verstärkt? Die andere Frage ist natürlich, was jeder selbst unternehmen kann. Dieser Artikel schaut sich die Thematik einmal an.

Abbildung 1: eine gute Mietwohnung zu finden, ist gerade in Großstädten gar nicht so einfach. Die Mieten steigen zudem.

Die Mietsituation – ein kurzer Überblick

Eine inländische Grenze hat Deutschland nicht mehr, dennoch ist Deutschland hinsichtlich der Mietsituation klar geteilt. Nicht unbedingt in West und Ost oder Nord und Süd, auch wenn es hier ebenfalls ein Gefälle gibt. Nein, das Land ist klar in Stadt und Land geteilt:

  • Städte – die Mietspiegel in Großstädten und in Ballungsgebieten sind massiv angestiegen. Der Wohnraum ist teilweise extrem knapp und ist finanziell nur noch für Gutsituierte stemmbar.
  • Land – ländliche Bereiche, kleinere Dörfer und Gemeinden hingegen klagen über Leerstand und den Wegzug von Bewohnern. Die Mieten sind hier auf einem sehr niedrigen Niveau.

Durch den Wegzug von Menschen in Richtung der Städte werden natürlich zwei Probleme verstärkt: Die Stadtgebiete werden immer voller, der Wohnraum knapper und teurer. Auf der anderen Seite fehlt auf dem Land der Nachwuchs, die Gebiete werden immer unattraktiver für Betriebe und Unternehmen und der infrastrukturelle Abstand verschärft sich. Und teure Städte gibt es viele:

  • Berlin – in der Hauptstadt zahlen Mieter bei einer Neuvermietung rund 11,80 Euro pro Quadratmeter. Wer hingegen außerhalb nach Brandenburg zieht, zahlt oft nicht einmal die Hälfte.
  • München – der Großraum München ist die teuerste Wohnregion Deutschlands. Durchschnittlich zahlen Neumieter 17,50 Euro pro Quadratmeter. Und auch der Münchner Speckgürtel zieht mächtig an.
  • Frankfurt/Maindirekt in Frankfurt sind die Mieten teuer. 13,90 Euro kostet der Quadratmeter. Wer nach Offenbach zieht, spart bereits einige Euro.

Wie werden sich die Mieten entwickeln?

Im vergangenen Jahr zeigte sich ein Bild, welches in den letzten Jahren nicht präsent war. Denn stiegen die Durchschnittsmieten über Jahre im Süden und Westen an, blieb die Steigerungsrate mit 1,8 Prozent stabil. Im Süden ging sie sogar zurück. Dafür ziehen der Norden und Osten markant an, teilweise mit einer Mietpreissteigerung von drei Prozent. Und wie wird das in der Zukunft aussehen? Experten gehen nicht von einer Verbesserung aus, denn:

  • Landflucht – konnten früher Familien mühelos Arbeit auf dem Land oder in ländlichen Regionen finden, ist es heute nicht mehr möglich. Die meisten Arbeitsplätze gibt es im Stadtgebiet, es sei denn die Region kämpft aktiv dagegen an. Für Familien bedeutet das, wahlweise lange Fahrtzeiten und somit Fahrtkosten oder einen Umzug in Kauf zu nehmen.
  • Mehr Einpersonenhaushalte – Singles, aber auch langjährige Paare ziehen es mittlerweile vor, eigene Wohnungen zu haben. Paare ziehen seltener und später zusammen, wodurch der doppelte Wohnraum benötigt wird.
  • Weniger Wohnraum – in vielen Gebieten wird zwar neuer Wohnraum geschaffen, doch nicht von der für die meisten Menschen benötigten Sorte. Neu gebaute Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser mit hochpreisigen Wohnungen nutzen nur Gutverdienern.
  • Wohnungsbau – der Bund und die Länder wollen zwar in den sozialen Wohnungsbau investieren, doch lässt sich der Bedarf kaum auffangen.
  • Sanierungen/Investoren – dieses Problem betrifft zahlreiche Städte. Vielfach kaufen Investoren Wohngebäude und sanieren sie zu hochpreisigen Wohnungen. In diesem Fall bleibt der Wohnraum zwar bestehen, doch steigt die Miete durch die Investition wieder an.

Auf der anderen Seite verwaisen ganze ländliche Gebiete, weil die jungen Bewohner fortziehen und nur noch die Senioren übrigbleiben.

Immobilienkauf als Alternative?

Was kann jeder Einzelne machen, um sich das Wohnen noch leisten zu können? Grundsätzlich gilt, dass diejenigen, die günstig wohnen, möglichst nicht umziehen – die Mieterhöhung ist gesetzlich geregelt und kann nicht von heute auf morgen erfolgen. Ansonsten lohnt es sich, sich mit dem Kauf einer Immobilie auseinanderzusetzen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Haus oder um eine Eigentumswohnung handelt. Die selbst bewohnte Immobilie spart auf Dauer gesehen tatsächlich Kosten und kann zudem eine Wertanlage darstellen. Gerade mit den niedrigen Bauzinsen, die aktuell herrschen, ist die Finanzierung des Kaufes leichter möglich. Dennoch gilt:

  • Rechnung – einfach zu rechnen, dass nun mit der entfallenden Miete die Kreditraten gezahlt werden, ist falsch. Beim Eigenheim kommen weitere Kosten hinzu, die monatlich mitberücksichtigt werden müssen.
  • Eigenkapital – selbst die niedrigsten Bauzinsen bedeuten nicht, dass ein Eigenheim ohne einen guten Eigenanteil erworben werden sollte. Der Kreditbetrag ist sonst schlichtweg zu hoch.
  • Immobilienvergleich – bei den meisten Personen dient die eigengenutzte Immobilie auch einer Wertanlage. Der Wert des Hauses soll zumindest nicht sinken. Daher sollte genau geprüft werden, welches Objekt gekauft wird und welche Pläne es für die Umgebung in den nächsten Jahren gibt.
  • Kreditvergleich – bei jeder Immobilienfinanzierung sollte ein Kreditvergleich durchgeführt werden. Bei diesem sollten die Möglichkeiten zur vorzeitigen Ablösung, zu Sondertilgungen und Absicherungen geprüft werden. Darüber ist es natürlich entscheidend, die Zinsen für die Baufinanzierung im Vergleich zu betrachten, um am Ende die Kosten niedrig zu halten.

Ungemein wichtig ist, sich bei der Kreditaufnahme nicht zu überschätzen. Natürlich lassen sich mit den niedrigen Zinsen auch teurere Objekte stemmen, aber Immobilienbesitzer müssen schon an die Zukunft denken. Das gilt insbesondere dann, wenn sie in den ersten Kreditjahren mehr Zinsen denn Tilgung zahlen. Die Niedrigzinspolitik wird nicht auf Dauer anhalten und wer bis zur Ablöse des Kredites kaum getilgt hat, könnte von den Zinsen des neuen Kredits in den Ruin getrieben werden.

Abbildung 2: Ist der Hauskauf aktuell eine gute Alternative?

Fazit – Wohnen ist teuer

In vielen Gebieten Deutschlands ist das Wohnen einfach teuer. Da sich die hohen Mietpreise auch in Richtung des Stadtrands ausbreiten, ist es für viele Personen kaum noch günstiger, hier zu leben. Wer täglich pendelt, investiert die gesparte Miete automatisch in Fahrtkosten und leidet zudem zunehmend unter Stress. Eine Alternative ist, sich Wohneigentum zuzulegen und anstatt der monatlichen Mietkosten den Kredit abzubezahlen. Nur ist diese Lösung auch nicht für jeden gedacht – oder gar möglich. Für viele heißt es nur: Hoffen, dass alles besser wird.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ andreas160578 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ ArtisticOperations (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

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